Die Bockenheimer Warte – vom Gründerzeitpalais zum modernen KfW-Inlandscampus
Wirkungsstätten

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Der KfW Campus in Frankfurt

Am 18. November 1968 bezog die KfW ihren neuen Geschäftssitz am Palmengarten. Feiern Sie mit uns 50 Jahre Standortgeschichte an der Bockenheimer Warte. Ein historischer Überblick über die Entstehung des heutigen Campus für mehr als 4.500 Mitarbeiter.

Gebäude der KfW in der Gutleutstraße 40
An die Arbeit

Ihre ersten Büros bezog die KfW 1948 in der Gutleutstraße 40.

Geringes Kapital, eine Handvoll Mitarbeiter und kärglich möblierte Büros: Die Aufnahme der Geschäftstätigkeit der KfW vor 70 Jahren in der Gutleutstraße 40 in Frankfurt am Main war ein bescheidener Anfang. Dabei ging es Ende 1948 um nichts weniger als die Übernahme der Verantwortung für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Deutschlands mithilfe langfristiger Kredite. Aus dieser Herkulesaufgabe erwuchsen immer neue Tätigkeiten. Auch das stete Wachstum von Kapital und Personal und damit einhergehende Raumnöte sind der rote Faden der Standortgeschichte der KfW. Immer wieder platzten deren Gebäude aus allen Nähten, stets galt es, Notlösungen zu finden.

Davon schien die KfW Ende 1952 weit entfernt, als sie das repräsentative Gründerzeitpalais in der Lindenstraße 27 bezog. Vollständig renoviert, 100 Räume groß und in einem parkähnlichen Garten gelegen, hätte es sich dort aushalten lassen. Doch zehn Jahre und einige Neu- und Anbauten in der Nachbarschaft später war der Betriebsablauf wegen der Unterbringung der Mitarbeiter in fünf verschiedenen Gebäuden erheblich gestört. Die Erweiterungsmöglichkeiten waren ausgereizt, es galt, ein neues Gelände zu erschließen. Platz dafür fand sich am Rand des Palmengartens.

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Nach vierjähriger Bauzeit endete der Bezug des neuen Geschäftssitzes vor 50 Jahren am 18. November 1968 – zwanzig Jahre nach Verkündung des KfW-Gesetzes. Die 436 Mitarbeiter waren nach vielen Jahren endlich wieder in einem Gebäude mit angemessenen Arbeitsvoraussetzungen zusammen untergebracht. Für annähernd zehn Jahre war das neue Verwaltungsgebäude mit seinen 350 Büro-, Sitzungs- und Besprechungszimmern alleiniger Standort der Bank. Geländezukäufe boten frühzeitig Raum für Erweiterungsbauten.

Und diese brauchte die Förderbank dringend, bereits nach zehn Jahren deckte der Neubau den Raumbedarf nicht mehr. Mietobjekte halfen in der Not, erneut war die KfW räumlich zersplittert. Doch es war eng geworden im Westend, Studenten und Aktionsgemeinschaften demonstrierten gegen neue Bürobauten. Das Liebäugeln mit dem Gelände der umzugswilligen Deutschen Bibliothek blieb zunächst erfolglos, erstmals diskutierten die Verantwortlichen über einen Umzug auf die „grüne Wiese“. Diesen Gedanken verwarfen sie aber aus geschäftspolitischen Gründen. In den Fokus rückte das südlich der Bockenheimer Landstraße gelegene Nachbargelände der Astra-Grundstücksgesellschaft. Dieses war Anfang der 1970er-Jahre als „Block“ besetzt und nach Räumung und Abriss zum Anlass von Straßenschlachten geworden.

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Zum Glück für Stadtbild und KfW zerschlugen sich die Pläne für ein bereits genehmigtes Hochhaus: 1983 übernahm die KfW die Brache, auf der sie bis 1987 die Nord- und Südarkade errichtete. Beiderseits der Bockenheimer Landstraße gelegen, galten die Arkaden als „liegendes Hochhaus“ und städtebaulich als „Tor zum Westend“ bzw. als das „Tor zur City“. Der Glaube, das Raumproblem für lange Zeit gelöst zu haben, erwies sich allerdings als trügerisch. Die deutsche Einheit bescherte der KfW neue Aufgaben und neue Raumnöte.

Diesen versuchte sie mit dem Ankauf der Bürogebäude Bockenheimer Landstraße 104 und 109 zu begegnen, unzureichende Maßnahmen angesichts des raschen Mitarbeiterwachstums. Zur Jahrtausendwende hatte sich die Zahl der internen und externen Arbeitskräfte am Standort Frankfurt im Vergleich zu 1987 fast verdoppelt, die Belastungsgrenze der sieben Gebäude war erreicht. „Arkadien“ musste wachsen: 2002 eröffnete die KfW die Ostarkade am Palmengarten und 2010 die Westarkade auf dem Gelände der ehemaligen Deutschen Bibliothek.

Der KfW Campus

Der KfW Campus in Frankfurt mit seinen unterschiedlichen sanierten Alt- und verbrauchsarmen Neubauten zeigt, was intelligente Architektur und innovative Energiekonzepte bewirken können.

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West-, Nord- und Ostarkade bilden seit 2010 einen als KfW Campus bezeichneten geschlossenen Block entlang der Zeppelinallee, der Bockenheimer Landstraße und der Palmengartenstraße. Mit einem Zugang zur Nordarkade im Süden sowie dem Haupteingang im Osten fügt sich das 1968 errichtete Haupthaus in diesen geschlossenen Campus ein. Zwischen den Gebäuden angelegte Grünflächen lockern die Gesamtanlage auf und lehnen sich harmonisch an den Palmengarten an. Seine Erweiterung südlich der Bockenheimer Landstraße findet der Campus mit der Südarkade und der 2011 eingeweihten Senckenberganlage. Die kompakte Infrastruktur erleichtert die Zusammenarbeit und verkürzt die Kommunikationswege.

Nachdem die Bockenheimer Landstraße 104 (BO104) energetisch, technisch und funktional nicht mehr zeitgemäß war, riss die KfW das Gebäude 2013 ab. Räumlicher Ersatz bot sich mit der langfristigen Anmietung der benachbarten Bockenheimer Landstraße 98–100. Zusammen mit der 2012 erworbenen Bockenheimer Landstraße 102 (Villa 102) entstand mit dem im September 2016 bezogenen Neubau BO104 der Inlandscampus. Dieser fasst das Inlandsgeschäft erstmals an einem Standort zusammen.

Die nach denkmalgerechter Sanierung wiedereröffnete Villa 102 dient als Dialog- und Veranstaltungszentrum und reiht sich in den Inlandscampus insbesondere mit ihren Schulungsräumen ein. Damit ist der Ausbau des KfW Campus für die mehr als 4.500 Mitarbeiter voraussichtlich beendet. Er fügt sich homogen in die gewachsene Bürostruktur der Nachbarschaft ein und erfüllt hohe Ansprüche an Qualitätsarchitektur. Die Bauten sind an prägnanter Stelle errichtet und städtebaulich prägend.

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Die KfW fördert mit ihren Programmen eine Vielzahl von Maßnahmen zur Ressourcenschonung, für Energieeffizienz und Umweltschutz. Ihre Neubauten setzten daher spätestens ab dem Bau der Ostarkade technisch-ökologische Konzepte um, die jeweils neueste Erkenntnisse berücksichtigten und einen Primärenergiebedarf weit unter den gesetzlichen Vorgaben für Bürobauten erreichten. So bewirkten die Revitalisierungen der in die Jahre gekommenen „Altbauten“ – Haupthaus sowie Nord- und Südarkade – unter anderem eine stark verbesserte ökologische Bilanz. Die KfW setzte dadurch –mehrfach ausgezeichnet – jeweils neue Maßstäbe bei der Energieeffizienz von Bürobauten.

Auf KfW Stories veröffentlicht am: Montag, 17. September 2018