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Entwicklung eines konzernweiten Wirkungsmanagements

Fast Forward Icon Die eigenen Wirkungen sichtbar machen

Zwei Personen bauen eine Pyramide aus den Kacheln der SDGs 7, 8, 11 und 13.Im Hintergrund sindein Weg, eine grüne Wiese und Bäume zu sehen.

Im Rahmen des Nachhaltigkeitsprojekts „tranSForm“ baut die KfW Bankengruppe in den nächsten zwei Jahren ein konzernweites Wirkungsmanagement auf. Ziel ist es, die ökonomischen, ökologischen und sozialen Beiträge der KfW-Finanzierungen zu einer nachhaltigen Entwicklung transparent zu machen.

Die Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen und ökologischen Impact der eigenen Geschäftstätigkeit findet nach und nach den Weg in die Chefetagen von Unternehmen. Die KfW beschäftigen diese Themen seit Jahrzehnten – als Förderbank des Bundes und der Länder setzt sie sich dafür ein, die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Lebensbedingungen weltweit zu verbessern.

Wie aber kann dieser Beitrag gemessen und impulsgebend gesteuert werden? Diese Frage stellt sich das zukünftige KfW-weite Wirkungsmanagement. Es hat zum Ziel, die Effekte der mitfinanzierten Vorhaben und Projekte sichtbar zu machen, zum Beispiel eingesparte Ressourcen, geschonte Waldflächen, Zugang zu Infrastruktur oder menschenwürdige Arbeitsplätze.

Mit einem Fördervolumen von regelmäßig über 70 Mrd. EUR – im Corona-Jahr 2020 sogar 135 Mrd. EUR – sieht sich die KfW in der Verantwortung, die Wirkungen der von ihr mitfinanzierten Vorhaben nachzuverfolgen und transparent zu machen. Deshalb haben wir im Zuge de Nachhaltigkeitsprojekte „KfW Roadmap Sustainable Finance“ und „tranSForm“ beschlossen, ein konzernweit harmonisiertes Wirkungsmanagement basierend auf geschäftsbereichsspezifischen Wirkungsmonitoringsystemen zu etablieren.

Strategische Basis

Grundsätzlich entfaltet das Geschäft der KfW auf zwei Wegen Wirkung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung: zum einen über die direkte Förderung nachhaltiger Aktivitäten wie zum Beispiel die Finanzierung eines Windparks, zum anderen über die Sicherstellung nachhaltiger Standards bei der Umsetzung, zum Beispiel beim „KfW-Effizienzhaus“.

In beiden Fällen finden die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Wirkungen der Finanzierungen weit weg von den Büros der KfW Bankengruppe statt, weshalb ein Wirkungsmanagement vor der Herausforderung steht, einen belastbaren Zusammenhang zwischen dem Input der KfW über ihre Finanzierungen und dem damit verbundenen Output, Outcome und den Wirkungen aufzuzeigen und zu beziffern. Hierfür ist die Modellierung des eigenen Wirkungsgefüges in Form einer „Theory of Change“ ein anschaulicher Ausgangspunkt. Mit ihrer Theory of Change kann die KfW systematisch ihre wesentlichen Wirkungsbereiche aufzeigen.

Fast Forward Icon KfW Theory of Change

Wie die KfW zur Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Lebensbedingungen durch eine Transformation von Wirtschaſt und Gesellschaſt weltweit beiträgt – und damit zur Erreichung der SDGs.

PDF Download

Nicht barrierefrei – eine barrierefreie Fassung findet sich unter www.kfw.de/wirkungen

Wirkungsmanagement der DEG

Symbolbild Wirkungsmanagement: Eine Weltkugel, zwei Diagramme und ein Klemmbrett.

Einige Geschäftsbereiche der KfW haben bereits seit vielen Jahren umfangreiche Wirkungsmanagementinstrumente, die erzielte Wirkungen nachvollziehbar machen. So nutzt die KfW-Tochter DEG, die private Unternehmen in Entwicklungsländern finanziert und berät, seit 2000 für das gesamte Portfolio ein eigens entwickeltes Tool. 2017 hat die DEG das Tool zum „Development Effectiveness Rating“, kurz: DERa weiterentwickelt.

Ausgerichtet an den SDGs, werden im DERa die Entwicklungsbeiträge jeder Kundin und jedes Kunden in fünf Wirkungskategorien bewertet. Anhand dieser Kategorien werden die Investitionswirkungen der DEG-Kunden sowie ihr Beitrag zu den SDGs vorgestellt. Die ersten drei Kategorien bewerten, was erreicht wurde, die anderen, wie diese Effekte erzielt wurden:

  • Gute, faire Beschäftigung
  • Lokales Einkommen
  • Entwicklung von Märkten und Sektoren
  • Umweltverträgliches Wirtschaften
  • Nutzen für lokale Gemeinden

Über die mit dem DERa erhobenen Wirkungen und Effekte informiert die DEG jährlich in ihrem Entwicklungspolitischen Bericht.
Mehr erfahren zum DEG-Wirkungsmanagement

Auch die KfW Entwicklungsbank berichtet umfangreich an ihre Partner, die Öffentlichkeit und das BMZ, unter anderem mit der sogenannten aggregierten Ergebnis- und Wirkungsberichterstattung. Nach den Beschlüssen der „KfW Roadmap Sustainable Finance“ bauen nun auch die restlichen Geschäftsbereiche im Rahmen des Umsetzungsprojektes „tranSForm“ eigene Strukturen auf, um Wirkungen besser nachzuverfolgen. Dabei greifen das konzernweite Wirkungsverständnis (s. o.) und die Wirkungsbereiche der einzelnen Geschäftsbereiche ineinander, sodass ein harmonisiertes, aber zugleich den spezifischen Bedürfnissen der Geschäftsbereiche genügendes System entsteht.

Porträtfoto von Ulrike Dangelmaier, Projektleitung „KfW-weites Wirkungsmanagement

Mit dem konzernweiten Wirkungsmanagement werden wir über einen zukunftsfähigen Werkzeugkasten verfügen, der die Wirkungen unserer Finanzierungen transparent macht. Das Management wird so befähigt, die Wirkungen unserer Finanzierungen in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit zu analysieren und Impulse zu setzen und so in einen noch stärker zielgerichteten Shareholder- und Kundenaustausch treten zu können.

Ulrike Dangelmaier, Projektleitung „KfW-weites Wirkungsmanagement“

Wirkungskategorien und -indikatoren

Spezifisch wird das System durch konkrete Wirkungskategorien und -indikatoren. Sie machen das Primärziel der KfW, die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zur Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Lebensbedingungen, greifbar und messbar. Zudem orientieren sich die Wirkungskategorien an den UN Sustainable Development Goals (SDGs) und am Pariser Klimaschutzabkommen. Damit ist auch deutlich, dass sich die konkrete Arbeit der KfW stets am übergeordneten Ziel ausrichtet, die Agenda 2030 und das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.

Insgesamt wurden rund 20 Wirkungskategorien identifiziert, für die zurzeit Wirkungsindikatoren entwickelt und ab dem nächsten Jahr berichtet werden. Die Indikatoren sind eindeutig messbare und einheitliche Kennzahlen, die qualitative und quantitative Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft darstellen. Sie setzen sich wiederum aus spezifischen Unterindikatoren der Geschäftsbereiche, zum Beispiel der Exportfinanzierung oder der Mittelstandsförderung, zusammen.

Durch das Zusammenspiel der geschäftsbereichsspezifischen Wirkungsmanagementteams und eines neuen zentralen Teams bündeln wir unser gesamtes Know-how, um unsere Finanzierungen zukünftig noch nachhaltiger zu gestalten. Konzernweite Leitprinzipien werden sicherstellen, dass die Ausgestaltung der geschäftsbereichsspezifischen Systeme State of the Art, aufeinander abgestimmt und effektiv sein werden.

Sarah Pietruck, Teamleitung Wirkungsmanagement und Projektleitung tranSForm
Porträtfoto von Sarah Pietruck, Teamleitung Wirkungsmanagement und Projektleitung tranSForm

Effektive Steuerung und Reporting

Alle Wirkungsindikatoren, die wir künftig verwenden, haben einen direkten Bezug zu den SDGs der Vereinten Nationen. Bereits seit 2019 ordnet die KfW in einem ersten Schritt ihre Neuzusagen systematisch den 17 SDGs zu (SDG-Mapping). Damit werden die Beiträge des Konzerns zu einer nachhaltigen Entwicklung offengelegt. Das Wirkungsmanagement ist nun ein weiterer Baustein, um den tatsächlichen Impact noch genauer zu bestimmen und transparent darzustellen.

Damit ermöglicht das Wirkungsmanagement einen langfristigen, verlässlichen Wissensaufbau über den tatsächlichen Impact der KfW-Finanzierungen. Die diversen Analyseergebnisse innerhalb des Konzerns fließen künftig in ein gemeinsames Datensystem und werden von einem neuen, spezialisierten Team in der Konzernentwicklung gesteuert. Zudem führen wir konzernübergreifende Leitprinzipien ein, die sich an internationalen Standards wie zum Beispiel den „IFC Operating Principles for Impact Management“ orientieren werden. Diese international anerkannten Leitprinzipien umfassen fünf Dimensionen von der strategischen Ausrichtung über das Portfoliomanagement bis hin zur unabhängigen Verifizierung.

Die Ergebnisse des Wirkungsmanagements finden ab 2022 regelmäßig Einzug in interne Management-Reports. Zusätzlich werden wir auch unsere externen Stakeholder jährlich über unsere Fortschritte informieren.