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Innovation aufgerollt

Der schwäbische Etikettier­experte Herma investiert die höchste Summe der Unternehmens­geschichte in ein neues Beschichtungs­werk – und setzt dabei 50 Einzel­maßnahmen eines Einspar­konzepts um.

Pionier mit großem Energieverbrauch

Ob Haftmaterialien, Selbstklebe­produkte oder hochmoderne Etikettier­maschinen – Herma gilt als Pionier seiner Branche. Im Jahr 1906 in Stuttgart gegründet, ist Herma heute mit 1.051 Beschäftigten der größte Arbeit­geber im baden-württembergischen Filderstadt. Aber mit 16 Mio. Kilowatt­stunden Strom und knapp 30 Mio. Kilowatt­stunden Gas im vergangenen Jahr auch ein großer Energie­verbraucher.

Energieeffizienz als Zukunftsgarant

Als die Geschäftsleitung um Dr. Thomas Baumgärtner beschloss, ein weiteres Beschichtungs­werk am Standort zu bauen, war die Ziel­vorgabe klar. „Als Fertigungs­unternehmen hat Energie­effizienz für uns eine große Bedeutung, um wettbewerbs­fähig zu bleiben“, sagt er. Zwei Jahre lang wurden alle Fertigungs­prozesse genau überprüft. Gemeinsam mit unabhängigen Experten der EGS Plan GmbH untersuchte Herma, wie viel Energie für welche Prozesse nötig ist und wo Verluste entstehen.

Das Ergebnis ist eine neue, etwa 50.000 Quadrat­meter große Produktions­halle, bestehend aus fünf würfel­artigen Gebäude­teilen. Jeder Bereich ist optimal durch­dacht. Rückgewinnungs­komponenten, zusätzliche Isolierungen, eine hoch­moderne Prozesskühlung und -trocknung sowie effizientere Raumluft­technik sparen Energie. Zudem transportieren autonome Elektro­fahrzeuge die tonnen­schweren Papier- und Folienrollen.

Besonders hoch ist der Energie­verbrauch bei der Herstellung des Haft­materials. Dabei werden Rohpapier- und Folienrollen in mehr als 100 Meter langen Anlagen mit Silikon und Kleb­stoff beschichtet, sodass ein mehr­lagiger Verbund entsteht. Nach dem Prozess sind die Rollen etwa 30 Grad warm. Um sie im nächsten Schritt optimal weiter­verarbeiten zu können, muss der Klebstoff voll­ständig abkühlen. Und diese Pause wird nun effizient genutzt: „Die Rollen kühlen in einem speziell angeordneten Lager entlang des Material­flusses ab und decken dort den kompletten Heizbedarf“, sagt Baumgärtner

Dr. Thomas Baumgärtner und Mario Zirn stehen in der neuen Produktionshalle

Mit Förderkredit und Tilgungszuschuss finanziert

Rund 100 Mio. Euro kostet das Vorhaben. 20 Mio. Euro finanziert Herma mit einem Förder­kredit zur Steigerung der Energie­effizienz. „Nachdem wir die Förderung beantragt hatten, kam bereits nach acht Arbeits­tagen die Bewilligung der KfW“, sagt Mario Zirn, Mitglied der Geschäfts­leitung und verant­wortlich für den Zentral­bereich Finanzen bei Herma. Aufgrund des ambitionierten Energie­sparziels - das gesamte Konzept sieht ein Einspar­potenzial von mehr als vier Mio. Kilowatt­stunden Strom und etwa neun Mio. Kilowatt­stunden Gas pro Jahr vor – erhält Herma zudem einen Tilgungs­zuschuss von mehr als 2,6 Mio. Euro. Geschäfts­führer Baumgärtner blickt optimistisch nach vorn: „Wir werden mit dem Werk in der Lage sein, neuartige Haft­materialien zu produzieren und unser Angebot für den stark wachsenden Folien­bereich auszubauen.“

Die Fakten im Überblick

KurzbeschreibungNeubau eines Beschichtungswerkes
KreditnehmerHERMA GmbH
Maßnahmen
  • zusätzliche Isolierung
  • moderne Prozesskühlung und -trocknung
  • effiziente Raumlufttechnik
Einsparpotenzial
  • 4 Mio. Kilowatt­stunden Strom pro Jahr
  • 9 Mio. Kilowatt­stunden Gas pro Jahr

Finanzierung und Förderung

Gesamtkostenca. 100 Mio. EUR
Fördersumme20 Mio. EUR
Tilgungszuschuss2,6 Mio. EUR
FörderproduktBundesförderung für Energie- und Ressourcen­effizienz in der Wirtschaft (295)

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  • Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz

    Kredit

    295

    Kosten durch hocheffiziente Technologien minimieren

    • Förderkredit bis zu 25 Mio. Euro
    • Hohe Förderung für besonders effiziente Komponenten, Anlagen und Lösungen
    • Weniger zurückzahlen: bis zu 55 % Tilgungszuschuss

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