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Der Beitrag der KfW zum Juncker-Plan

Das seit 1. Dezember 2014 in einer Pilotphase laufende Programm "Unternehmerkredit Plus" für innovative Unternehmen wird auch im neuen Jahr weiter durch die KfW angeboten: Der KfW Unternehmerkredit Plus zur Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln wird künftig von der InnovFin KMU-Kredit-Garantiefazilität des Horizon 2020-Programms der Europäischen Union (Rahmenprogramm für Forschung und Innovation) und dem unter der Investitionsoffensive für Europa errichteten Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) ermöglicht.

Das Besondere an dem Programm: KfW und der Europäische Investitionsfonds (EIF) übernehmen gemeinsam mit dem EFSI 50 % des Kreditrisikos der durchleitenden Finanzierungspartner und erleichtert ihnen so die Kreditvergabe.

Für den Unternehmerkredit Plus steht bis 31.12.2017 ein Garantievolumen von 125 Mio. EUR bereit, was einem Zusagevolumen von 500 Mio. EUR entspricht. Die Zielgruppe bleibt unverändert: Etablierte innovative mittelständische Unternehmen und Freiberufler erhalten die besonders günstigen Finanzierungen für Investitionen und Betriebsmittel, max. 7,5 Mio. EUR pro Vorhaben. "Innovative" Unternehmen im Sinne des Programms müssen mindestens eines von mehreren Kriterien erfüllen; beispiels-weise: Das Unternehmen hat in den letzten 24 Monaten ein Patent angemeldet.

KfW-Vorstandsmitglied Dr. Ingrid Hengster im Interview zum deutschen Beitrag für den "Juncker-Plan"

Europäischer Fonds für strategische Investitionen (EFSI) startet in Deutschland

Am 17. September 2015 hat die KfW im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine Verlängerung des Garantievertrages mit dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) für ihr Förderprogramm "ERP-Gründerkredit – StartGeld" für Existenzgründer und junge Unternehmen in Deutschland unterschrieben. Damit wird die Garantieleistung ein Teil der Investitionsoffensive für Europa und ist der erste Beitrag Deutschlands für den "Juncker-Plan".

"Europäischer Fonds für strategische Investitionen (EFSI) startet in Deutschland" KfW-News v. 17. September 2015

Förderbeispiele für "ERP-Gründerkredit – StartGeld"

Gründer Jochen Jung machte 2010 die Eisdiele "Coccola" in Heppenheim auf
Gründer Jochen Jung machte 2010 die Eisdiele "Coccola" in Heppenheim auf

Schlümpfe sind nicht erlaubt

Jochen Jung stellt Eis ausschließlich aus frischen Zutaten her

"Wenn mir 2010 jemand gesagt hätte, dass ich mit Eis solche Umsätze machen werde, dass ich im Winter gar nicht arbeiten muss, hätte ich ihn zum Arzt geschickt. Damals beschloss ich, mich selbstständig zu machen – mit einem Eissalon, in dem ich Eis aus eigener Herstellung verkaufe. Ich wohnte damals schon in Heppenheim und als der Laden in der Heppenheimer Altstadt frei wurde, habe ich zugeschlagen. Zwar habe ich in den Jahren zuvor Seniorenheime geleitet, dennoch war Gastronomie mir nicht ganz fremd: Ich habe Hotelwirtschaft studiert und auch in Hotels gearbeitet. Es war aber gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der mir das Herstellen von Eis beibringt. Die meisten arbeiten mit künstlichen Fertigprodukten – genau das wollte ich vermeiden. Schließlich bin ich auf den Konditormeister Uwe Koch aus dem nordrhein-westfälischen Werl gestoßen, der sich auf Eis spezialisiert hat, und habe bei ihm eine Ausbildung absolviert. Als wir schließlich den Laden eröffnet haben, stand Uwe Koch neben mir: Seine Unterstützung war mir vor allem am ersten Tag wichtig.

Meine Lebensgefährtin Constance Beier machte von Anfang an mit – wir arbeiten immer noch erfolgreich zusammen und haben heute 51 Mitarbeiter. Fünf davon sind festangestellt. Constance experimentiert gern mit exotischen Zutaten: Vor kurzem hat sie ein Ziegenmilch-Heu-Eis kreiert. Insgesamt haben wir in den fünf Jahren knapp 300 Sorten Eis entworfen. Das Sortiment wechselt permanent: Jede Woche haben wir etwas Neues im Schaufenster. Die Klassiker sind immer dabei: Meine Lieblingssorte ist nach wie vor das Schokoladeneis.

Ich bin viel unterwegs in der Region mit meinem pistaziengrünen Ape und werde auch zu Firmenevents und Dorffesten eingeladen. In den Sommerferien kamen Kinder aus dem schulischen Hort hierher und haben mit uns zusammen Eis gemacht.

Alle haben mich am Anfang belächelt – umso mutiger finde ich es von meiner Hausbank und der KfW, dass sie uns mit einem Gründerkredit unterstützte. Das Geld haben wir in zwei weitere Filialen investiert: 2012 eröffneten wir einen zweiten Laden in Darmstadt und einen dritten 2015 in Bensheim. In Darmstadt gilt Coccola als richtiger 'Geheimtipp', Kunden stehen bei uns sogar Schlange. Und auch nach Heppenheim kommen Leute aus Kassel und Köln, um unseren Eis zu probieren – alles Menschen, denen die Essenqualität wichtig ist. Wir nehmen nur frische Zutaten und kaufen selbst auf Wochenmärkten ein. Wenn das eine oder andere Kind das blaue Schlumpfeis bei uns vermisst, dann sage ich: 'Heute gab es keine frischen Schlümpfe auf dem Markt.' Allergiker sind bei uns auch willkommen: Da wir alles selbst herstellen, können wir genau sagen, welches Eis sie essen können. Unser Eis ist nicht teurer – es kostet nur mehr Zeit, es herzustellen.

Ich denke, dass meine Lebenserfahrung mir bei dem Schritt in die Selbständigkeit geholfen hat. Mit 25 hätte ich das hier sicherlich nicht geschafft. Demnächst wollen wir unsere Produktion vergrößern. Eine passende Location haben wir vielleicht schon gefunden."

Stefanie Degle eröffnete mit dem KfW-Kredit das "DS Fußzentrum" in Waldkraiburg
Stefanie Degle eröffnete mit dem KfW-Kredit das "DS Fußzentrum" in Waldkraiburg

Traumberuf gefunden

Stefanie Degle fertigt in Waldkraiburg orthopädische Schuhe nach Maß

"Bereits mein Opa war Schuhmacher. Ich habe ihn zwar nie kennen gelernt, aber das Handwerk habe ich im Blut. Meinen Lebensweg als Orthopädieschuhmacherin habe ich 1999 mit einer Lehre angefangen und war bis 2012 Gesellin. Danach ging ich für ein Jahr auf eine Meisterschule. Bereits meine Aus- und Weiterbildung wurde von der KfW gefördert.

Heute bin ich nicht nur Expertin für Schuhe: Ich habe ein gutes Verständnis vom Körperaufbau, von Knochen und Muskeln. Füße bilden unser Fundament. Auch bei einem Haus haben Risse im Fundament Auswirkungen auf das Dach. Genauso ist es mit unseren Füßen: Haben sie Probleme, sind sie bis zum Nacken zu spüren. Außerdem kenne ich mich mit Leder aus und kann es bearbeiten. Eine gute Basis also, um eine eigene Orthopädieschuhmacherei zu gründen: Den Schritt in die Selbständigkeit habe ich im August 2014 gewagt. Nun fertige ich in meinem 'DS Fußzentrum' in bayerischen Waldkraiburg Orthopädieschuhe nach Maß. Geholfen haben mir dabei meine Hausbank und die KfW mit dem zinsgünstigen 'ERP Gründerkredit – StartGeld'.

Im Moment betreiben mein Lebensgefährte und ich das Geschäft zu zweit. Allerdings hat er noch eine andere Stelle. Wenn der Laden auf festen Füßen steht, wird er sie aufgeben und Vollzeit im 'DS Fußzentrum' einsteigen. Ich bin ganz zuversichtlich, dass es so kommt.

Von der Vermessung bis zur Abgabe können bis zu sechs Wochen vergehen
Von der Vermessung bis zur Abgabe können bis zu sechs Wochen vergehen

Mit zwei Schleif- und einer Reparaturnähmaschine sowie einer Sohlen- und Absatzpresse und einem Vacupress ist meine Werkstatt sehr gut dafür ausgestattet. Damit kann ich vier bis fünf Paar Schuhe pro Woche herstellen – von Hausschuhen bis zu Stiefeln.

Die meisten Kunden kommen aus Waldkraiburg und dem 30-Kilometer-Umkreis. Diese Nähe gefällt mir gut: Schließlich muss ich auf die Probleme von jedem einzelnen eingehen. Manche Kunden haben ein Rezept dabei, anderen gebe ich eine Rezeptempfehlung für den Arzt mit. Eine Diagnose darf ich selbst nicht erstellen. Ich kann aber den Gang des Kunden analysieren, einen 2-D-Scan seiner Füße machen und einen 3-D-Fußabdruck. Ich biete auch Reparaturen an. Von der Vermessung bis zur Abgabe von orthopädischen Schuhen können schon mal sechs Wochen vergehen. Jeden Schritt stimme ich mit dem Kunden ab. Ich habe meinen Traumberuf gefunden!"

Alessandro Schmidt
Mit dem "ERP-Gründerkredit - StartGeld" der übernahm Alessandro Schmidt einen traditionsreichen Malerbetrieb

Als Nachfolger durchgestartet

Alessandro Schmidt ist Inhaber eines Traditionsbetriebes im hessischen Borken

"Mit 22 habe ich meine Meisterprüfung als Maler- und Lackierer abgelegt und mich nach einer Stelle in einem größeren Unternehmen umgeschaut. Aber auch die Selbstständigkeit war eine Option. Die Verwandten meiner italienischen Mutter sind in der Gastronomie, da haben wir oft mitgeholfen. Ich wusste also, dass es viel Arbeit ist, aber das hat mich nie abgeschreckt.

Ich habe mich dann in dem Online-Portal der 'nexxt change' Unternehmensbörse eingetragen. Die Handwerkskammer bot mir gleich mehrere Firmen an, die einen Nachfolger suchten. Als ich Herrn Fürst kennenlernte, der in Rente gehen wollte, war schnell klar, dass die Chemie zwischen uns stimmte.

Der Betrieb war gut geführt und bekannt, es gab erfahrene Mitarbeiter und einen festen Kundenstamm. Die Handwerkskammer hat mir bei der Erstellung des Businessplans geholfen und den habe ich bei der Hausbank des Unternehmens eingereicht. Von der KfW habe ich dann den Gründerkredit erhalten. Ich hätte nie geglaubt, dass alles so leicht geht.

Nun konnte es losgehen: An der Seite von Herrn Fürst habe ich mich ein halbes Jahr eingearbeitet, ich musste ja die Gegend und die Kunden kennen lernen, denn ich komme aus einem anderen Landkreis. Die Mitarbeiter waren froh, dass das Unternehmen weitergeführt wird. Ich habe alle übernommen und noch drei Auszubildende eingestellt, heute sind wir insgesamt 14.

Gerade auf dem Land gibt es noch viel klassisches Handwerk
Gerade auf dem Land gibt es noch viel klassisches Handwerk
Malermeister Schmidt wurde 2013 als Landessieger Hessen beim KfW-Award "GründerChampion" ausgezeichnet
Malermeister Schmidt wurde 2013 als Landessieger Hessen beim KfW-Award "GründerChampion" ausgezeichnet

Dass ich als neuer Chef viel jünger bin, ist für das Team von Anfang an unproblematisch gewesen. Den Namen der Firma habe ich gern so gelassen, oft nennen mich die Kunden hier sogar 'Fürst junior'! Herr Fürst steht mir bei Fragen immer zur Seite, das ist eine große Hilfe.

Im Oktober 2013 wurde ich von der KfW als GründerChampion für Hessen ausgezeichnet. Die Preisverleihung in Berlin war schon ziemlich aufregend. Danach haben viele Zeitungen über mich berichtet. Darauf werden wir oft angesprochen und ich freue mich unheimlich über diese Aufmerksamkeit!"

Informationen zum "ERP-Gründerkredit - StartGeld"

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  • 380...

    Kredit

    Ab   p.a. eff.

    ERP-Digitalisierungs- und Innovations­kredit

    Für zukunftsweisende Vorhaben

    • ab -,-- %   effektiver Jahreszins
    • für etablierte Unternehmen und Freiberufler, die mindestens 2 Jahre am Markt sind
    • bis zu 5 Mio. Euro für Investitionen und Betriebs­mittel
  • 067

    Kredit

    ERP-Gründerkredit – StartGeld

    Bis zu 100.000 Euro für eine Vollfinanzierung

    • ab -,-- %  effektiver Jahreszins
    • Kein Eigenkapital erforderlich
    • KfW unterstützt bei der Besicherung

Broschüren und Flyer

"Chancen fördern - Wege in die Selbstständigkeit"
(Stand: Juni 2016)

  • Als Gründer oder Nachfolger neu starten
  • Generationswechsel: Frischer Wind in der Bäckerei
  • Erfolgreiche Geschäftsidee: Hilfe für Hörgeschädigte

Download  (PDF, 2 MB, barrierefrei)

Broschüre "Die KfW-Förderung für Gründer, Unternehmensnachfolger und junge Unternehmen"
(Stand: Mai 2018)

  • KfW-Förderprodukte für Gründer, Unternehmensnachfolger und junge Unternehmen kurz vorgestellt und im Vergleich
  • Erklärung wichtiger Begriffe
  • Weitere Information und Beratung

Download  (PDF, 2 MB, barrierefrei)

Flyer zum Thema Existenzgründung

Fahrplan Unternehmensgründung  (PDF, 381 KB, nicht barrierefrei) (Stand: Mai 2016) 

Kontakt

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Presse

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