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Fragen an Markus Schönborn

Abteilungsdirektor Produktmanagement Wohnen

Wieso engagiert sich die KfW im Bereich energieeffizient Bauen und Sanieren?

Die Erhöhung der Energieeffizienz im Gebäudebereich ist ein Hauptthema der Energiewende. 40 % des deutschen Energieverbrauchs entfallen auf Gebäude. Ca. 75 % der bestehenden Wohngebäude wurden vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung, also vor 1978 errichtet. Für diese Gebäude sind die Einsparpotenziale für Maßnahmen an der Gebäudehülle besonders hoch. Aber auch in jüngeren Gebäuden bestehen Einsparpotenziale, die z. B. durch eine Heizungsmodernisierung gehoben werden können. Durch energetische Sanierung können bis zu 80% der Endenergie eingespart werden, ca. 40% allein durch Dämmung, etwa 15 % durch die Optimierung der Heizungsanlage.

Wie viele Hausbesitzer haben ihre Programme im vergangenen Jahr genutzt?

Insgesamt hat die KfW 20.146 Kredite und Zuschüsse in Höhe von 15,4 Mrd. EUR für die energetischen Modernisierung und die Errichtung energieeffizienter Wohngebäude vergeben. Konkret profitieren von unserer Förderung mehr als 440.000 Haushalte in selbst genutzten oder vermieteten Immobilien.

Was bieten Sie Ihren Kunden?

Mit unseren Förderprogrammen unterstützen wir sowohl umfassende Sanierungen zu KfW-Effizienzhäusern als auch Einzelmaßnahmen wie Heizungsaustausch, Dämmung oder Fenstererneuerung. Neben einem klassischen Ein- oder Zweifamilienhaus oder Mehrfamilienhäusern gilt dies auch für die energetische Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden oder solchen mit besonders erhaltenswerter Bausubstanz.

Ein Beispiel bitte!

Möchte ein Eigentümer sein Wohngebäude komplett energetisch modernisieren und erreicht einen KfW-Effizienzhausstandard, kann er dafür ein Darlehen von bis zu 100.000 EUR pro Wohneinheit beantragen und zusätzlich einen Tilgungszuschuss, sprich einen Darlehensteilerlass von bis zu 27,5% erhalten. Sind Einzelmaßnahmen geplant, kann ein Darlehen von max. 50.000 EUR aufgenommen werden. Alternativ kann ein Investitionszuschuss von bis zu 25 Prozent der Summe, max. 18.750 EUR, beantragt werden. Der Zinssatz für ein Darlehen zur energetischen Sanierung beträgt aktuell 0,75% p.a.

Alternativ kann für eine Komplettsanierung ein Investitionszuschuss von bis zu 30 % Prozent der Summe, max. 30.000 EUR, für Einzelmaßnahmen (Heizungs- oder Lüftungspaket) von bis zu 15 %, max. 7.500 EUR beantragt werden. Der Zinssatz für ein Darlehen zur energetischen Sanierung beträgt aktuell 0,75 % p.a.

Mit einem Anteil von 70 % war das KfW-Effizienzhaus 70 in den vergangenen Jahren der beliebteste Standard. Seit April 2016 ist er aber entfallen. Was bietet die KfW stattdessen an?

Im Januar 2016 wurden die Anforderungen der Energiesparverordnung an Neubauten verschärft. Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass die KfW mit ihren Förderprogrammen zu mehr Energieeffizienz in Deutschland beigetragen hat. Ab dem nächsten Jahr gelten höhere energetische Anforderungen für Wohngebäude in Deutschland. Das seit 2009 von der KfW geförderte Effizienzhaus 70 entspricht jetzt fast dem gesetzlichen Mindeststandard bei Wohnungsneubauten. Deshalb haben wir die Förderung neu aufgestellt, um weiterhin attraktive Kredite für energetisch anspruchsvollere Neubauten anbieten zu können. Aktuell werden die Förderstandards Effizienzhaus 55, 40 und 40 Plus gefördert, je energieeffizienter, desto höher der Tilgungszuschuss.

Und wie findet man zuverlässig heraus, ob die Sanierung sich lohnt?

Mithilfe eines qualifizierten Sachverständigen, der im Auftrag des Eigentümers sinnvolle Sanierungsmaßnahmen ermittelt und die Entscheidung über das passende Sanierungskonzept vorbereitet. Der Sachverständige sorgt auch dafür, dass die erforderlichen Detailplanungen vorgenommen werden und miteinander harmonieren und bei der Umsetzung zahlreiche wichtige Details beachtet werden. Für den Eigentümer ist mit einer gut gemachten energetischen Sanierung immer auch ein Gewinn an Wohnqualität verbunden und die erwartete Energieeinsparung wird sich auf Basis einer umfassenden Beratung auch realisieren. Deshalb unterstützen wir die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen unabhängigen Sachverständigen sowohl im Neubau, als auch bei der Sanierung mit einem zusätzlichen Baubegleitungs-Zuschuss von bis zu 4.000 EUR.

Wo finde ich einen solchen Experten?

Diese unabhängigen Sachverständigen sind im Internet gelistet unter

www.energie-effizienz-experten.de .

Macht die KfW Vorgaben, mit welchen Materialien und welcher Technik gearbeitet wird?

Aus unserer Sicht sollten Sachverständigen und Eigentümer aus den zugelassenen Baustoffen und möglichen Anlagenkonzepten wählen können, um ein optimales Sanierungskonzept zu realisieren. Da innovative Produkte in der Regel erst mit einer zeitlichen Verzögerung für den Einsatz am Markt zugelassen werden, bieten wir mit einem festgelegten Verfahren (Innovationsklausel) auch die Möglichkeit, innovative Produkte einzusetzen. Ein praktischer Anwendungsfall ist die Wärmepumpe mit Eisspeicher. Aber auch Bauherren, die besonderen Wert auf nachwachsende Rohstoffe legen, finden genauso geeignete Produkte, wie Bauherren die besonders hohe Anforderungen an den Brandschutz stellen. Auch die Erstellung eines Nachhaltigkeitszertifikats kann mit dem Baubegleitungszuschuss gefördert werden.

So beantragen Sie Ihren KfW-Kredit

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