Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

Wie lassen sich Fluchtursachen bekämpfen?

Koordination: Joachim Wille, Illustrationen: Jindrich Novotny

Prominente Vordenker plädieren für Bekämpfung der Fluchtursachen.

Fünf exklusive Beiträge mit Vorschlägen für neue Konzept in der Entwicklungszusammenarbeit

Der renommierte Umweltexperte Klaus Töpfer sieht Deutschland und die andere Industrieländer in der Pflicht, aktiver gegen die Ursachen der weltweit zunehmenden Flüchtlingsströme vorzugehen. Diese hingen nämlich auch mit dem energie- und ressourcenintensiven Lebensstil in den reichen Ländern zusammen, der zum Beispiel den Klimawandel in den Herkunftsländern anheize. Töpfer schreibt in einem Beitrag für CHANCEN: "Die Flüchtlingsströme sind der Beleg dafür, dass ,nachhaltige Entwicklung` der neue Begriff für Frieden ist." Er fordert unter anderem eine CO2-neutrale Wirtschaft bis 2050, einen neuen, ressourcenleichten Lebensstil und das Zurückfahren von subventionierten Agrarexporten in die Entwicklungsländer, die die dortige Landwirtschaft schädigten.

Töpfer ist einer von fünf Prominenten, die in CHANCEN die Ursachen der Fluchtbewegungen analysieren und Vorschläge zur Bekämpfung der Fluchtursachen machen. Der Co-Chef des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, fordert in seinem Beitrag eine "Stabilisierung der Bevölkerungszahl" in den Fluchtländern – unter anderem durch Frauenemanzipation und den Aufbau eines "Rentensystems, auf das sich Familien verlassen können. Dann schwindet die Idee in den Familien, dass viele Kinder die beste Alterssicherung sind." Eine stabile Bevölkerung stabilisiere auch die Politik in den Fluchtländern. Als weiteres vordringliches Ziel sieht v. Weizsäcker eine "nachhaltige Versorgung mit Wasser, Energie, Nähr- und Rohstoffen".

Die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, fordert "gezielte Fördermaßnahmen für den ländlichen Raum" in den Herkunftsländern, um dort die Lebensbedingungen zu verbessern . Oberster Priorität müssten die Kleinbauern bekommen. Oftmals fehle es dort nur an einfachen Dingen wie besserem Saatgut, Impfungen für Tiere oder neue Bewässerungssysteme für Felder. Darauf, dass auch religiöse Konflikte Fluchtursachen sein können, verweist der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, in seinem Beitrag. Interreligiöser Dialog sei "ein wichtiger Baustein für friedliches Zusammenleben".

Der Sozialpsychologe und Bestsellerautor Harald Welzer hält eine gute Flüchtlingspolitik nur für möglich, wenn "globale Verteilungsfragen" nicht länger ausgeklammert und Lösungen für die Nord-Süd-Gerechtigkeit gefunden werden. "Eine gute Regierungsführung in den potenziellen Fluchtländern muss durch echte Preise für Rohstoffe und Nahrungsmittel, durch Aufbau von Infrastrukturen und regionalen Wirtschaften unterstützt werden", schreibt er.

CHANCEN bestellen

Wenn Sie eine gedruckte Ausgabe unseres Magazins CHANCEN bestellen möchten, klicken Sie bitte hier:

CHANCEN herunterladen

Wenn Sie die digitale Ausgabe unseres Magazins CHANCEN lesen möchten, klicken Sie bitte hier:

Online-Version

Download  (PDF, 9 MB, barrierefrei)

Themen kompakt "Geflüchtetenhilfe der KfW"

Texte, Videos und Zitate zum Thema "Geflüchtetenhilfe der KfW"

Mehr erfahren

Kontakt

Redaktion CHANCEN

Bernd Salzmann (V.i.S.d.P.)

Palmengartenstr. 5-9

60325 Frankfurt am Main

E-Mail

chancen-redaktion@kfw.de

Sie möchten mit uns über Themen aus dem Magazin diskutieren oder haben Fragen? Dann schreiben Sie uns bitte gerne!