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Deutschland braucht eine Wärmewende

Der an die Energiewende denkt, hat meist Windräder und Solarmodule vor Augen. Sie stehen für die saubere und sichere Alternative zu Kohlekraftwerken und Atommeilern. Im vergangenen Jahr deckten Wind, Sonne, Biomasse & Co. schon rund 28 Prozent der Stromnachfrage. Im Dezember 2014 produzierten Windräder so viel Elektrizität wie nie zuvor: 8,9 Milliarden Kilowattstunden – und damit mehr als alle neun verbliebenen Atomkraftwerke im Monatsdurchschnitt. Angesichts der großen Erfolge beim Ausbau der erneuerbaren Energien wird jedoch allzu oft außer Acht gelassen: Deutschland braucht dringend eine Wärmewende, um die Energiewende zu vollenden.

Der Wärmebedarf von Wohngebäuden, Büroimmobilien und Industriebetrieben ist enorm. Ein Blick auf die Fakten zeigt, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Wärme und der Energieeffizienz größere Aufmerksamkeit schenken müssen, will Deutschland seine Klimaziele erreichen und massiv CO₂-Emissionen senken. Lediglich gut 20 Prozent des kompletten Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf die Elektrizität. Fast 30 Prozent machen die Kraftstoffe aus. Der weithin größte Posten aber ist die Wärme. Etwa die Hälfte der Energie wird benötigt, um Gebäude zu beheizen und die Industrie mit der notwendigen Prozesswärme zu versorgen. Wollen wir die Energiewende erfolgreich zu Ende führen, kommen wir nicht umhin, unseren Wärmebedarf deutlich zu senken und die erforderliche Wärme effizient und umweltfreundlich zu erzeugen. Energieeffizienz ist schließlich die sauberste, wirtschaftlichste und sicherste Ressource. Es mag banal klingen, aber bei all unseren Überlegungen sollte gelten: Jede Einheit Energie, die nicht verbraucht wird, muss zuvor nicht teuer erzeugt werden.

Dr. Karl Ludwig Brockmann
Dr. Karl Ludwig Brockmann, Konzernbeauftragter Umwelt und Nachhaltigkeit der KfW Bankengruppe

Ansatzpunkte gibt es überall. Rund zwei Drittel aller Wohngebäude, die vor dem Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 errichtet wurden, sind energetisch ineffizient. Dabei verschlingt das Heizen mit rund 70 Prozent den Löwenanteil der Energie in privaten Haushalten und verursacht damit hohe Energiekosten. Im Jahr 2013 zahlten die Verbraucher in Wohn- und Nicht-Wohngebäuden 53 Milliarden Euro allein für die Raumwärme, weitere 15 Milliarden Euro mussten für die Warmwasserbereitung berappt werden. In der Industrie entfallen rund zwei Drittel des Energieverbrauchs auf Prozesswärme, beispielsweise für technische Verfahren wie Schmelzen, Härten und Trocknen. Die Abwärme, die hierbei entsteht, wird zu oft ungenutzt an die Außenluft abgegeben. Dabei könnte sie gut verwendet werden, um Büros, Sitzungs- und Pausenräume zu beheizen. Zusätzlich könnte die Abwärme in externe Fernwärmenetze eingespeist werden.

Die Bundesregierung hat erkannt, dass Nachholbedarf besteht und im Dezember vergangenen Jahres den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz beschlossen. Damit schuf sie eine wichtige Grundlage für eine Wärmewende in Deutschland. Die KfW hilft tatkräftig mit, diese Effizienzziele zu erreichen und damit auch das Klima zu schützen. Zusätzliche Förderprogramme sollen Unternehmen von diesem Sommer an die notwendigen Investitionen in einen effizienteren Umgang mit Energie erleichtern, neu gestaltete Programme den Ausbau der erneuerbaren Wärmeerzeugung forcieren. Bei Wohngebäuden hatte die KfW zuvor bereits durch höhere Fördersätze neue Impulse gesetzt. Es war noch nie so günstig, etwas für die Wärmewende zu tun!

CHANCEN - Podcast

KfW-Expertin Petra Bühner erläutert die fünf Hebel für eine Wärmewende.

Podcast anhören (8:15 Min.)

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