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Kommunale Infrastruktur

Die Kommunen sind für viele Infrastrukturbereiche und öffentliche Einrichtungen zuständig, die von den Kommunen instandgehalten, modernisiert oder völlig neu errichtet werden müssen. Die Investitionsbedarfe der Kommunen sind somit vielfältig, ebenso wie die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen, denen die Kommunen gegenüberstehen. Die Analysen von KfW Research widmen sich insbesondere den Fragen, wo und wie hoch diese Bedarfe anfallen und welche Herausforderungen die Kommunen bei der Deckung dieser Bedarfe überwinden müssen.


Kommunale Infrastruktur als Standortfaktor

  • Die angebotene Qualität und Quantität kommunaler Infrastruktur ist ein wesentlicher Standortfaktor für Unternehmen und Bürger.
  • In Zeiten knapper Kassen stellt sich für so manche Kommunen die Frage, wie sich wichtige freiwillige Aufgaben wie z. B. Sportstätten und Schwimmbäder finanzieren lassen.
  • Mit der zunehmenden Digitalisierung werden auch Investitionen in zukunftsträchtige Infrastrukturen wie Breitbandinternet immer wichtiger.
  • Nicht zuletzt müssen die kommunalen Gebäude auf einen modernen Stand gebracht und beispielsweise energetisch saniert werden, um Betriebskosten zu sparen und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Kommunale Investitionen in die Bildung

  • Der Zustand der Bildungsinfrastruktur wie z. B. Schulgebäude ist nicht der einzige, aber ein wichtiger Baustein für ein zukunftsfähiges Bildungssystem.
  • Die Kommunen sind in vielen Fällen als Schulträger zuständig für die Schulgebäude. Mit rd. 3,2 Mrd. EUR stellen Baumaßnahmen für Schulen 2016 einen der größten Investitionsbereiche dar.
  • Auch am Investitionsrückstand nehmen die Schulen einen erheblichen Teil ein. Mit 47,4 Mrd. EUR laut KfW-Kommunalpanel 2018 entfällt das größte „Kuchenstück“ auf die kommunalen Bildungseinrichtungen.

Kommentar von KfW-Chefvolkswirt Dr. Jörg Zeuner

12.07.2017 | Investitionsstau in Schulen

„Eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus Juli 2017 prognostiziert steigende Schülerzahlen und verdeutlicht, dass bei den Bildungsinvestitionen mehr geschehen sollte. Das KfW-Kommunalpanel 2017 zeigt immer noch einen Investitionsrückstand im Schulbereich von 32,8 Mrd. EUR, der im Vorjahr bei 34 Mrd. EUR lag. Zuletzt hat sich Einiges getan: Durch zusätzliche Mittel des Bundes und verschiedene Landesprogramme ist in Zukunft mit weiter steigenden Investitionen in die Schulen zu rechnen. Auch 50 % der im KfW-Kommunalpanel befragten Kämmerer gehen von einem sinkenden Investitionsrückstand aus. Aber es gibt große regionale Unterschiede im Investitionsniveau und nicht immer kommt das Geld dort an, wo es am dringendsten benötigt wird. Vielerorts reichen zudem die Planungs- und Baukapazitäten nicht aus, die notwendigen Investitionsmaßnahmen in Angriff zu nehmen. Nur mehr Personal wird dieses Problem aber nicht lösen, sondern es müssen auch die Planungsprozesse und Verwaltungsverfahren optimiert werden. Außerdem sind die Folgekosten stets im Blick zu behalten.“ (Dr. Jörg Zeuner)

Kommunale Investitionen in Straßen und Verkehr

  • Eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur ist einer der wichtigsten Standortfaktoren. Nahezu 80 % des deutschen Straßennetzes besteht aus Kreis- und Gemeindestraßen.
  • Der größte kommunale Investitionsanteil mit 8,3 Mrd. EUR entfällt in der Planung der befragten Kommunen 2018 auf die Straßen und Verkehrsinfrastruktur. Hier gibt es mit 38,6 Mrd. EUR laut KfW-Kommunalpanel 2018 auch den zweitgrößten Investitionsrückstand.
  • Gerade bei den Straßen wird die Bedeutung des laufenden Unterhalts deutlich: in Kommunen, die nicht in vollem Umfang die Instandhaltung finanzieren konnten, fällt der Investitionsrückstand besonders hoch aus.
  • Auch mit Blick in die Zukunft sind viele der im KfW-Kommunalpanel 2018 befragten Kommunen skeptisch: die Straßen und Verkehrsinfrastruktur ist der einzige Investitionsbereich, bei dem eine Mehrheit von 37 % in den nächsten fünf Jahren einen weiteren Anstieg des Investitionsrückstands erwartet.
KfW Research

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