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Langfristige Förderung deutscher Ausfuhrgeschäfte

Die Exportfinanzierung ist einer der ältesten Geschäftsbereiche der KfW. Bereits 1950 wurde der Bank die Aufgabe übertragen, Ausfuhrgeschäfte mittel- oder langfristig zu finanzieren. Da sich die Geschäftsbanken zu dieser Zeit lediglich kurzfristig engagierten, fehlten den deutschen Anlageexporteuren geeignete Finanzierungsmöglichkeiten.

Der Export von Anlageinvestitionen galt jedoch als volkswirtschaftlich besonders förderungswürdig. So wurde die Exportfinanzierung im KfW-Gesetz verankert, die Refinanzierung erfolgte zunächst ausschließlich durch das ERP-Sondervermögen. Dem sonst gültigen Subsidiaritätsprinzip wurde die Exportfinanzierung nicht unterstellt – die KfW und ihre Kreditnehmer stehen hier also in einer direkten Geschäftsbeziehung.

Neben politisch motivierten Auslandskrediten gehören zu den 1958 eingeführten Instrumenten auch kommerzielle Projektfinanzierungen. Deutschlands Zahlungsbilanz verbessert sich im Verlauf der 1950er-Jahre derart, dass ab 1958 Bundesbank und Bundesregierung zum ersten Mal seit Kriegsende einen gezielten deutschen Kapitalexport als wünschenswert erachten. Dieser diente im Fall der Projektfinanzierung einer Vielzahl von Zielen: Der Bau des indischen Hüttenwerks Rourkela half deutschen Anlagenexporteuren, Kraftwerke in Luxemburg und Tirol der Energieversorgung und eine finnische Kupfermine der Rohstoffversorgung der deutschen Industrie. Die Grundlage für den KfW Geschäftsbereichs "E&P" (Export- und Projektfinanzierung) und die später ausgegliederte KfW IPEX-Bank ist gelegt.

Jubiläumstrailer KfW IPEX-Bank

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Bildershow mit vielen Beispielprojekten zu den vier Fokusthemen: Exportwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz, Rohstoffsicherung und Infrastruktur

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Vom Lieferanten- zum Bestellerkredit

Beginn der Werfthilfeprogramme: Die KfW beschränkt sich nicht nur auf die Vergabe von Bundesmitteln. Sie sah es als ihre Hauptaufgabe, durch möglichst günstige Kredite aus Marktmitteln die deutschen Werften bei ihren Exportanstrengungen zu unterstützen und gleichzeitig die Bundeszuschüsse zu schonen.

Zu Beginn der 1960er-Jahre war der Lieferantenkredit noch üblich. Er wurde dem deutschen Exporteur gewährt, bis er vom ausländischen Besteller den kompletten Kaufpreis erhalten hatte. Bald entwickelte die KfW jedoch gemeinsam mit den Bundesressorts ein neues Finanzierungsinstrument, bei dem Kredite direkt an den ausländischen Importeur vergeben wurden. Der sogenannte Bestellerkredit an ausländische Abnehmer verdrängte in den 1960er-Jahren den Lieferantenkredit nahezu völlig. Das jährliche Zusagevolumen der Exportfinanzierung durch die KfW stieg von 81,8 Mio. EURauf über 511,3 Mio. EUR.

Mit zunehmendem Erstarken der heimischen Wirtschaft erhielt die KfW den Auftrag, weltweit auch Rohstoffprojekte zu finanzieren, an denen zwar keine deutschen Firmen beteiligt waren, die jedoch für die Rohstoffversorgung der deutschen Industrie von großer Bedeutung waren.

Entwicklung von Rahmenverträgen

Im Rahmen der deutsch-französischen Airbus-Absatzfinanzierung gewährt die KfW 1976 erste Kredite für Airlines von Korea, Indien und Südafrika. 1978 erfolgt erstmals eine Airbus-Finanzierung für die US-amerikanische Eastern Airlines.

In den 1970er- und 1980er-Jahren verfünffachte sich das Zusagevolumen der Exportfinanzierung. 1980 begann die KfW, Rahmenverträge mit den Außenhandelsbanken im Ausland zu entwickeln, um so auch bei kleineren Ausfuhraufträgen Bestellerkredite zu ermöglichen. So konnte die KfW auch den mittelständischen Anlagenbau als neuen Kundenkreis gewinnen. Die Exportfinanzierung spezialisierte sich auf Branchenschwerpunkte wie Schiffs-, später auch Flugzeugfinanzierungen und Energieprojekte.

Verstärkter Einsatz von Kapitalmarktmitteln

Immer häufiger setzte die KfW nun Kapitalmarktmittel in der Exportfinanzierung ein, die öffentlich unterstützten Kredite verloren damit relativ an Bedeutung. Mit den Erträgen aus den nicht verbilligten Krediten konnte die KfW die stark wachsenden inländischen Förderprogramme unterstützen – und tut dies auch heute noch.

Gleichzeitig wurde das Produktspektrum differenzierter. Projektfinanzierungen ergänzten den klassischen Exportkredit, strukturierte Finanzierungen wurden häufiger und zu Beginn der 1990er-Jahre weitete die Bank ihr Finanzierungsangebot auf Fremdwährungen aus. Dadurch arbeitete sie immer häufiger mit anderen Banken europa- und weltweit zusammen.

KfW IPEX-Bank

Die Jahrtausendwende brachte tiefgreifende Veränderungen für die Exportfinanzierung der KfW mit sich. Anfang 2002 verständigte sich die Bundesregierung mit der Europäischen Kommission über die Neuausrichtung der deutschen Förderbanken. Für die KfW bedeutete dies: Förderaktivitäten und kommerzielle Geschäftstätigkeit wurden getrennt – die Exportfinanzierung wurde zum 1. Januar 2008 in eine eigenständige Tochtergesellschaft, die KfW IPEX-Bank ausgegliedert.

Heute bietet die KfW IPEX-Bank GmbH ein breites Spektrum an Finanzierungsprodukten für deutsche und andere europäische Unternehmen unterschiedlichster Branchen. Sie hat sich als spezialisiertes Finanzinstitut fest etabliert, das im deutschen und europäischen Interesse weltweit Finanzierungen ermöglicht und zugleich mit den Instrumenten des kommerziellen Finanzierungsmarktes den gesetzlichen Förderauftrag an die KfW Bankengruppe unterstützt.

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