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Nachhaltigkeit – seit 70 Jahren

Liebe Leserinnen und Leser,

dieser Geschäftsbericht erscheint in einem ganz besonderen Jahr für die KfW. Vor 70 Jahren, am 18. November 1948, wurde die Kredit­anstalt für Wieder­aufbau gegründet, die erste öffentlich-rechtliche Bank nach dem Zweiten Weltkrieg, die mit Mitteln des Marshall-Plans den Wieder­aufbau Deutschlands finanzieren sollte. Heute blicken wir mit Stolz auf unsere spannende und erfolgreiche Förder­geschichte zurück.

Ob beim Wiederaufbau der unzähligen im Krieg zerstörten Wohnungen und Häuser, beim Beginn der Entwicklungs­finanzierung Anfang der 1960er und der Mittelstandsförderung in den 1970ern, beim Aufbau Ost in den 1990ern, bei der Finanzierung der Energiewende seit 2012 oder dem Programm zur Bewältigung der Flüchtlingskrise 2015 – seit ihrer Gründung hat die KfW stets in die Zukunft gedacht und Menschen, Länder und Institutionen gefördert, die weiterdenken und uns alle weiterbringen. Damit sie dafür die notwendigen Mittel haben, hat die KfW in sieben Jahrzehnten mehr als 1 Bio. EUR als Darlehen vergeben.

Erfolgreiches Förderjahr 2017

Die Erfahrung, die die KfW in den 70 Jahren gesammelt hat, ist heute gefragt – in Deutschland und international. Das inspiriert und motiviert uns, uns als Bank aus Verantwortung für bessere Lebensbedingungen in Deutschland und weltweit einzusetzen.

Das Förderjahr 2017 war gut und erfolgreich. Für uns stehen unser Förderauftrag und die Förderwirkung im Mittelpunkt. Wenn das Finanzierungsumfeld und die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen so gut sind wie derzeit, konzentrieren wir uns als Förderbank stärker auf Felder mit besonderer Zukunftsrelevanz, wie zum Beispiel Innovation, Digitalisierung und Energieeffizienz in Deutschland, sowie auf die nachhaltige Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Partnerländern unserer Finanziellen Zusammenarbeit.

In Deutschland war das vergangene Jahr von einer starken Konjunktur und einem anhaltend guten Finanzierungsumfeld geprägt. Deshalb hat die KfW ihr Fördergeschäft planmäßig leicht zurückgefahren und ein Gesamtvolumen von 76,5 Mrd. EUR erzielt (2016: 81 Mrd. EUR). Ihre Förderung für gewerbliche, private und öffentliche Investoren in Deutschland reduzierte die KfW um etwa 6% auf 51,8 Mrd. EUR.

Das internationale Geschäft erreichte ein Volumen von 23,5 Mrd. EUR (2016: 24,9 Mrd. EUR) und war geprägt von einem deutlichen Anstieg der Zusagen in der Finanziellen Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern auf 8,2 Mrd. EUR (2016: 7,3 Mrd. EUR). Die Export- und Projektfinanzierung erzielte in einem wettbewerbsintensiven Umfeld ein Geschäftsvolumen von 13,8 Mrd. EUR (2016: 16,1 Mrd. EUR).

Wie in den Jahren zuvor hat die KfW auch 2017 ihre Fördertätigkeit an qualitativen Zielmarken orientiert, wie zum Beispiel der Unterstützung des Klima- und Umweltschutzes. So ist der Finanzierungsanteil von Vorhaben im Bereich „Green Finance“ von 31 % im Jahr 2010 auf inzwischen 43 % gestiegen. Auch am Kapitalmarkt misst die KfW der Nachhaltigkeit zunehmend Gewicht bei, beispielsweise durch ihr verstärktes Engagement im Green-Bond-Sektor oder die strengere Ausrichtung ihres nachhaltigen Investmentansatzes in ihrem Liquiditätsportfolio.

Ebenso bedeutend wie „Green Finance“ ist für die KfW die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen bei der Investitionsfinanzierung. Rund 52.000 Gründer und Mittelständler haben im Jahr 2017 von einer KfW-Förderung profitiert. Insgesamt lag die Quote der KfW-Finanzierungen mit Mittelstandsbezug im Jahr 2017 bei 44 % (2016: 41 %).

Das Geschäftsfeld Finanzmärkte hat im Jahr 2017 durch Investitionen in Verbriefungstransaktionen und in Green Bonds insgesamt 1,5 Mrd. EUR (2016: 1,3 Mrd. EUR) zur Förderung des Mittelstands und zu Finanzierungen im Klima- und Umweltschutz beigetragen. Mittels ihres Green-Bond-Portfolios hat die KfW 2017 den Klimaschutz unterstützt und grüne Anleihen im Volumen von rund 350 Mio. EUR gekauft. Dabei bewirkt jedes Investment von 1 Mio. EUR eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 800 Tonnen.

Zudem engagiert sich die KfW stark in Projekten mit Flüchtlingsbezug. Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank betreut derzeit 117 laufende Vorhaben mit Flüchtlingsbezug in 28 Ländern und mit einem Gesamtvolumen über 3 Mrd. EUR. Insgesamt wurden 2017 entsprechende Neuzusagen in Höhe von 1,2 Mrd. EUR erteilt. Der regionale Schwerpunkt des Engagements liegt auf dem Nahen Osten.

Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäfts nahm die KfW 2017 Mittel in Höhe von 78,2 Mrd. EUR an den internationalen Kapitalmärkten auf. Für das Jahr 2018 plant die KfW ein Refinanzierungsvolumen von 70 bis 75 Mrd. EUR.

Ergebnis des Geschäftsjahres 2017

Die Ertragslage zeigte sich im Geschäftsjahr 2017 weiterhin sehr zufriedenstellend. Der Konzerngewinn von 1,4 Mrd. EUR bleibt zwar erwartungsgemäß unter dem durch Sondereffekte begünstigten hohen Niveau des Vorjahres (2 Mrd. EUR), liegt damit aber weiterhin deutlich über dem nachhaltigen Ergebnispotenzial. Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) lag mit 1,7 Mrd. EUR unter dem Vorjahr (2016: 1,9 Mrd. EUR).

Das Bewertungsergebnis leistete einen positiven und über den Erwartungen liegenden Beitrag zum Konzerngewinn. Dieser Beitrag fällt aber per saldo geringer aus als im Vorjahr. Die Gründe hierfür sind zum einen die gestiegenen, aber weiterhin deutlich unter Plan liegenden Nettobelastungen aus der Kreditrisikovorsorge. Zum anderen belasteten die negativen wechselkursinduzierten Effekte im Beteiligungsportfolio das Bewertungsergebnis.

Der von der KfW im Geschäftsjahr 2017 zu Lasten der eigenen Ertragslage erbrachte Förderaufwand im Inlandsgeschäft liegt im anhaltenden Niedrigzinsumfeld mit 213 Mio. EUR (2016: 230 Mio. EUR) weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Die Bilanzsumme des Konzerns betrug zum 31. Dezember 2017 472,3 Mrd. EUR und lag damit um 34,7 Mrd. EUR unter dem Vorjahreswert (2016: 507 Mrd. EUR). Zurückzuführen ist der Rückgang auf den um 24,9 Mrd. EUR gesunkenen Bilanzansatz der zu Sicherungszwecken eingesetzten Derivate und eine um 11,3 Mrd. EUR niedrigere Liquiditätshaltung (33,8 Mrd. EUR).

Ausblick 2018

70 Jahre Nachhaltigkeit:

Die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit war schon immer eines der wichtigsten Merkmale der KfW – im Geschäft, im Betrieb und als Arbeitgeberin. Bereits Ende der 1950er Jahre finanzierte die KfW die ersten Umweltschutzmaßnahmen, damals noch ein wenig geläufiges Thema. Heute ist die KfW national wie international einer der wichtigsten Akteurinnen der Umwelt- und vor allem der Klimafinanzierung: In den vergangenen zehn Jahren flossen rund 280 Mrd. Euro in diesen Schwerpunkt.

Die KfW berücksichtigt bei ihren Finanzierungen höchste ökologische und soziale Maßstäbe, nicht zuletzt auch, um Impulse im Markt zu setzen. Die Stärkung der Position der KfW als nachhaltige Förderbank ist ein wichtiges Ziel für die kommenden Jahre. Die KfW bekennt sich zu ihrer Verantwortung für soziale Belange und die Umwelt und ist hier in intensivem Dialog mit ihren Stakeholdern.

Venture Capital:

Die KfW wird ihre Aktivitäten im Bereich Beteiligungsfinanzierung in den kommenden Jahren substanziell ausbauen. Dazu wird sie 2018 eine eigene Tochtergesellschaft gründen. Dies geht auf eine gemeinsame Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi), des Bundesfinanzministeriums (BMF) und der KfW zurück. Die neue Beteiligungsgesellschaft wird künftig das Finanzierungsangebot der KfW im Bereich Venture Capital (VC) bündeln und erweitern.

Digitalisierung:

Die Digitalisierung stellt für alle Banken eine Herausforderung dar – auch für die KfW. Wir sehen die Unterstützung des Mittelstands beim digitalen Wandel als ein Kernthema. Außerdem wollen wir uns im Ausbau und in der Förderung der digitalen Infrastruktur weiter engagieren. Auch beim Ausbau der Blockchain-Technologie wollen wir Akzente setzen, sowohl im Funding-Bereich als auch insbesondere in der Finanziellen Zusammenarbeit, für die das Digital Office der KfW im vergangenen Jahr eigene Ansätze entwickelte. Pilotprojekte sind angelaufen. Außerdem setzt sich die KfW für den Ausbau ihrer digitalen Plattformen ein, etwa des Zuschussportals für private Bauherren oder zuletzt der Gründerplattform, auf der Gründungswillige Hilfestellungen für den gesamten Gründungsprozess erhalten.

Europa:

Die Förderexpertise der KfW ist nicht nur in Deutschland, sondern europaweit gefragt. Die KfW engagiert sich dabei im Rahmen der EU-Investitionsoffensive und arbeitet eng mit der EIB-Gruppe und anderen nationalen Förderbanken in der EU zusammen. Daneben setzt die KfW europäische Fördermittel auch in der Entwicklungsfinanzierung um und unterstützt so mit ihren Partnern die ambitionierte Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens und die Bekämpfung der Fluchtursachen in den Entwicklungsländern. Die weitere Stärkung dieser Zusammenarbeit, auch zwischen Deutschland und Frankreich, liegt uns am Herzen.

Entwicklungszusammenarbeit:

Die globalen Herausforderungen wie Armutsbekämpfung, Klimaschutz und Flüchtlingskrisen wachsen – und damit die Aufgaben des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank, der im Auftrag der Bundesregierung Entwicklungsvorhaben weltweit finanziert. Aufgrund ihrer Fördererfahrungen in Deutschland, regionaler Präsenz sowie ihrer Fachexpertise ist die KfW ein gefragter Partner auch für weiter entwickelte Länder und andere nationale Entwicklungsbanken. Wir gehen von einem weiteren Wachstum des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank aus.

Regulatorik/Aufsicht:

Zur langfristigen Sicherung ihrer Förderleistung hat sich die KfW ein Modernisierungsprogramm auferlegt. Neben dem Digitalisierungskurs gehört dazu auch die Umsetzung aufsichtsrechtlicher Vorgaben. Seit 2016 sind wesentliche bankaufsichtsrechtliche Normen des Kreditwesengesetzes (KWG) und der europäischen Capital Requirements Regulation (CRR) auf die KfW entsprechend anzuwenden. Zudem hat die KfW den Themenkomplex „Regulatorik“ in ihr Strategische Zielsystem aufgenommen. Damit verfolgt die KfW einen ganzheitlichen Steuerungsansatz, um Auswirkungen aktueller und neuer regulatorischer Vorhaben umfassend identifizieren, bewerten und in der Bank kommunizieren zu können.

IT-Modernisierung:

Die KfW begegnet den stets steigenden Sicherheits- und Regulierungsanforderungen für Banken mit einer umfassenden Modernisierung ihrer IT. Die einzelnen Elemente des IT-Modernisierungs-Programms werden unter anderem in Großprojekten abgearbeitet, die im Jahr 2017 weitere Fortschritte erzielt haben. Hierbei finden neu hinzukommende aufsichtsrechtliche Anforderungen oder Feststellungen eine entsprechende Berücksichtigung.

Die KfW zeigte auch 2017, dass sie als moderne, effiziente und kundenorientierte Förderbank eine wichtige Rolle für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft einnimmt. Sie hat die nachhaltige Förderung zu ihrer Leitlinie bestimmt und trägt unter strikter Beachtung des Subsidiaritätsprinzips dazu bei, die Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern. Als verlässlicher Partner übernimmt die KfW Verantwortung – in Deutschland, in Europa und weltweit. Diese Stärke verdankt sie vor allem auch ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, für deren Engagement und leidenschaftlichen Einsatz wir uns in diesem Jubiläumsjahr herzlich bedanken. Der 18. November 2018 ist vor allem ihr Festtag.

Unterschriften des Vorstands




Rechtlicher Hinweis:
Die Ausführungen dieses Online-Geschäftsberichts 2017 basieren auf dem Finanzbericht 2017 der KfW, den Sie hier downloaden können. Treten bei den mit größter Sorgfalt erstellten Inhalten dieses Online-Geschäftsberichts 2017 Widersprüche oder Fehler im Vergleich zum Finanzbericht auf, hat der Finanzbericht 2017 der KfW Vorrang.

Blick auf die Dachterasse des Haupthauses der KfW-Niederlassung in Frankfurt im Juli 2014
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