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Brief des Vorstands

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir blicken auf ein erfolgreiches Förderjahr zurück. Auch 2019 waren unsere Förderung und unsere Expertise gefragt. Dadurch konnten wir viele Projekte finanzieren, die zu Klimaschutz, nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung, Lebensqualität und Wohlstand beigetragen haben – in Deutschland, in Europa und in der Welt.

Botschaft des Vorstands der KfW zur Corona-Krise

Kurz vor dem Erscheinen des Geschäftsberichts 2019 hat uns die Corona-Krise mit voller Wucht erfasst. Sie stellt für uns alle eine gewaltige Herausforderung dar. Schnelle und zielgerichtete Maßnahmen sind notwendig, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Als größte deutsche Förderbank übernimmt die KfW Verantwortung: Wie bereits schon einmal in der jüngeren Vergangenheit – nämlich nach der Finanzkrise 2008 – unterstützt die KfW Unternehmen in Deutschland mit einem besonders großen Sonderprogramm. Das Ziel ist, kleine, mittelständische sowie große Unternehmen schnell mit Liquidität zu versorgen und sie durch diese schwierigen Zeiten zu führen. Wir als KfW setzen unsere ganze Erfahrung und Kraft daran, im Auftrag der Bundesregierung und im Schulterschluss mit der deutschen Kreditwirtschaft das Sonderprogramm umzusetzen. Diesem Ziel ordnen wir alle unsere Aktivitäten momentan unter. Diese Aufgabe wird unser Geschäftsjahr 2020 maßgeblich prägen.

Zusagen 2019

Das Gesamtgeschäftsvolumen der KfW ist im Jahr 2019 auf 77,3 Mrd. EUR gestiegen (2018: 75,5 Mrd. EUR). Auf die Förderung von Unternehmen, Privatkunden und Kommunen in Deutschland entfielen 43,4 Mrd. EUR (2018: 46,0 Mrd. EUR). Die Nachfrage nach Förderkrediten war aufgrund des Niedrigzinsumfelds sowie der guten Finanzierungs­bedingungen zwar insgesamt rückläufig, in den einzelnen Programmen jedoch unterschiedlich. Der im September 2018 eingeführte Baukindergeld-Zuschuss verzeichnete auch im Jahr 2019 eine große Nachfrage. Darüber hinaus leistete auch das KfW-Wohneigentumsprogramm mit einem deutlichen Zusageplus einen substanziellen Beitrag zur Schaffung von Wohneigentum in Deutschland. Bei dem Finanzierungsangebot für Unternehmen stieg das Zusagevolumen im KfW-Unternehmerkredit und im KfW-Programm Erneuerbare Energien. Die für den Ausbau der Wagniskapitalfinanzierung zuständige Tochtergesellschaft KfW Capital hat in ihrem ersten vollen Geschäftsjahr Investments in Höhe von 156 Mio. EUR zugesagt und sich im Markt gut etabliert.

Das Zusagevolumen im Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung, das Finanzierungen im Interesse der deutschen und europäischen Wirtschaft bereitstellt, stieg um rund 25 % auf einen Rekordwert von 22,1 Mrd. EUR (2018: 17,7 Mrd. EUR). Dies ist zu einem wesentlichen Teil auf den Zuwachs der Bankenrefinanzierung aus dem Schiffs- und ERP-CIRR, Instrumenten der Außenwirtschaftsförderung, zurückzuführen. Die Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer knüpfte mit 10,6 Mrd. EUR an das hohe Volumen des Vorjahres (10,6 Mrd. EUR) an. Davon entfielen 8,8 Mrd. EUR auf die KfW Entwicklungsbank und 1,8 Mrd. EUR auf die DEG. In der KfW Entwicklungsbank lag der regionale Schwerpunkt mit 43 % der Zusagen (knapp 3,5 Mrd. EUR) auf Afrika und Nahost.

Die für die Fördertätigkeit der KfW maßgeblichen qualitativen Zielmarken haben sich gut und stabil entwickelt. So lag der Anteil der Klima- und Umweltschutzförderung („Umweltquote“) bei 38 %, der Anteil der Mittelstandsförderung („Mittelstandsquote“) bei 40 %.

Ergebnis 2019

Die Ertragslage hat sich im Geschäftsjahr 2019 mit einem Konzerngewinn in Höhe von knapp 1,4 Mrd. EUR trotz Rückgang zum Vorjahr (2018: 1,6 Mrd. EUR) sehr zufriedenstellend entwickelt. Besonders erfreulich ist das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) mit 1,7 Mrd. EUR dank höherer Zins- und Provisionserträge bei gleichzeitig sinkenden Verwaltungskosten im Vergleich zum Vorjahr (2018: 1,4 Mrd. EUR).

Das Bewertungsergebnis bewegte sich aufgrund der gestiegenen, aber weiterhin moderaten Netto­risiko­vorsorge­belastung in Höhe von 174 Mio. EUR (2018: 3 Mio. EUR) und eines rückläufigen positiven Beitrags des Beteiligungsportfolios (95 Mio. EUR; 2018: 128 Mio. EUR) unter dem Vorjahresniveau. Verstärkt wurde dies auch durch ergebnisbelastende IFRS-bedingte Effekte aus der Abbildung von Sicherungszusammenhängen in Höhe von 80 Mio. EUR.

Die von der KfW zu Lasten der eigenen Ertragslage erbrachten Förderlasten im Inlandsgeschäft liegen im weiterhin anhaltenden Niedrigzinsumfeld mit 159 Mio. EUR (2018: 216 Mio. EUR) deutlich unter den Erwartungen.

Die Bilanzsumme des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2019 um 20,2 Mrd. EUR auf 506,0 Mrd. EUR erhöht (2018: 485,8 Mrd. EUR). Zurückzuführen ist der Anstieg insbesondere auf eine um 9,4 Mrd. EUR höhere Liquiditätshaltung und auf die um 5,0 Mrd. EUR gestiegenen Nettokreditforderungen.

Agenda DNA

Wichtige Herausforderungen unserer Zeit lauten: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Afrika (DNA). Unsere Zukunft hängt davon ab, welche Lösungen wir für den voranschreitenden Klimawandel finden, ob wir den digitalen Wandel erfolgreich gestalten und wie wir dem stark wachsenden Nachbarkontinent eine Perspektive geben können. Deshalb haben wir als eine der größten nationalen Förderbanken der Welt diese Themen bereits 2018 zum Kern unseres Handelns gemacht, zu unserer DNA.

Nachhaltigkeit

Die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit war schon immer eines der wichtigsten Merkmale der KfW – im Geschäft, im Betrieb und als Arbeitgeber. Die KfW berücksichtigt bei ihren Finanzierungen höchste ökologische und soziale Maßstäbe, nicht zuletzt auch, um Impulse im Markt zu setzen. Dennoch wollen wir weitergehen und die KfW zur Nachhaltigkeitsbank der Zukunft ausbauen. Nachhaltigkeit ist deshalb zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie.

2019 war das Jahr der Weichenstellungen: Unser neues Nachhaltigkeitsleitbild nimmt unmittelbar Bezug auf die Sustainable Development Goals (SDGs), das Pariser Klimaabkommen von 2015 und die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung. Unsere neue Ausschlussliste schließt unter anderem die Finanzierung neuer Kohlevorhaben – von Exploration über landgestützte Verkehrsmittel und landgestützte Verkehrsinfrastruktur bis hin zu Kohlekraftwerken – aus. Außerdem legt die KfW nun ihren Beitrag zu den internationalen Nachhaltigkeitszielen, den Sustainable Development Goals, transparent offen. Schwerpunkte der Förderung 2019 waren: Nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11; 28,8 Mrd. EUR), Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13; 27,7 Mrd. EUR), Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG 8; 26,7 Mrd. EUR) sowie Bezahlbare und saubere Energie (SDG 7; 25,9 Mrd. EUR). Die Steuerung des KfW-Geschäfts werden wir im Hinblick auf das Pariser Klimaabkommen und die SDGs weiterentwickeln.

Auch bekennen wir uns zu unserer Rolle als transformative Förderbank. Dazu gehört die Unterstützung der Bundesregierung bei der Umsetzung ihres Klimaschutzprogramms 2030. In Abstimmung mit dem Bund bereiten wir Initiativen in den Bereichen Industrie, Verkehr, Gebäude und Energiewirtschaft vor.

Digitalisierung

Als Förderbank sehen wir es als unsere Aufgabe, den digitalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft zu begleiten und mitzugestalten. Parallel treiben wir aber auch die digitale Transformation der KfW voran, etwa bei den Antrags- und Arbeitsprozessen oder der Anbindung an Portale und Plattformen.

Unser Förderangebot für digitale Projekte haben wir 2019 erweitert: So ist mit großem Erfolg das Smart Cities Programm für nachhaltige Digitalisierung in Kommunen gestartet. Neue Wege in der digitalen Bildungsförderung geht die KfW mit ihrem Leuchtturmprojekt TUMO-Berlin. In der Hauptstadt plant die KfW ein digitales Lernzentrum für Jugendliche nach dem Vorbild des sehr erfolgreichen TUMO-Projekts in Armenien. Auf der Gründerplattform, die wir gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium 2018 gelauncht haben, haben sich inzwischen 80.000 Gründungs­interessierte registriert und lassen sich von mehr als 600 Partnern bei der Umsetzung ihrer Geschäftsidee digital unterstützen.

Um den Standort Deutschland weiter zu stärken, arbeitet die KfW gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und dem Bundesministerium für Finanzen an der Umsetzung des Koalitionsbeschlusses zur Schaffung eines Beteiligungsfonds für Zukunftstechnologien, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Klimatechnologie, aufwachsend in Höhe bis zu 10 Mrd. EUR.

Afrika

Afrika und Europa sind Nachbarn, deshalb sind die großen Herausforderungen des Kontinents wie rasantes Bevölkerungs­wachstum, Defizite in der Investitionsfinanzierung sowie der voranschreitende Klimawandel auch unsere Herausforderungen. Im Auftrag der Bundesregierung setzt sich die KfW dafür ein, dass der Kontinent eine neue Perspektive bekommt, etwa mit neuen Instrumenten zur wirtschaftlichen Entwicklung. Dazu gehören etwa der Dachfonds Africa Grow, der zusätzliches Wachstumskapital in Afrika bereitstellt, oder das Programm Africa Connect für Unternehmen, die mit langfristigem Interesse in Afrika investieren und einen positiven Mehrwert vor Ort schaffen. Das neue Programm Afrika-CIRR fördert ab 2020 großvolumige deutsche Exporte nach Afrika – mit dem Ziel, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika zu stärken. Insgesamt hat die KfW im vergangenen Jahr mit 4,2 Mrd. EUR Neuzusagen für Afrika einen neuen Rekord aufgestellt. Unser Afrika-Portfolio beläuft sich damit bereits auf rund 23 Mrd. EUR.

Trotz der vielen Erfolge war 2019 auch ein Jahr des wirtschaftlichen Umbruchs, aus dem für die KfW vielfältige Aufgaben hervorgegangen sind – die uns auch über das Jahr 2020 hinaus nachhaltig beschäftigen werden. Und obwohl sie uns als KfW herausfordern, freuen wir uns auf diese Aufgaben, weil sie Deutschland, Europa und die Welt voranbringen werden. Wir schauen optimistisch in die Zukunft – nicht zuletzt wegen des leidenschaftlichen Einsatzes unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen wir an dieser Stelle für ihr Engagement ganz herzlich danken.

Rechtlicher Hinweis:
Die Ausführungen dieses Online-Ge­schäfts­berichts 2019 basieren auf dem Finanz­bericht 2019 der KfW, den Sie hier downloaden können. Treten bei den mit größter Sorgfalt erstellten Inhalten dieses Online-Geschäftsberichts 2019 Wider­sprüche oder Fehler im Vergleich zum Finanz­bericht auf, hat der Finanzbericht 2019 der KfW Vorrang.