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Wie wir weiterdenken

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Jahr 2018 hat uns noch einmal vor Augen geführt, vor welchen enormen Zukunftsherausforderungen Gesellschaft und Wirtschaft stehen. Der Kampf gegen den Klimawandel ist in vollem Gange – aber noch haben wir ihn nicht für uns entschieden. Auch dürfen wir die Chancen nicht verpassen, die der digitale Wandel bietet. Die Geschwindigkeit der Veränderung zwingt uns dazu, schnell praktische Lösungen zu finden, um den Zukunftsstandort Deutschland zu sichern. Aber wir müssen auch über den Tellerrand schauen: Wir bekämpfen die Fluchtursachen am nachhaltigsten, wenn wir unserem Nachbarkontinent Afrika Perspektiven geben.

Sich auf Themen mit besonderer Zukunftsrelevanz zu konzentrieren, ist die Aufgabe der KfW als Förderbank. Deshalb standen im vergangenen Jahr die Förderung von Innovation und Digitalisierung in Deutschland sowie die nachhaltige Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Partnerländern unserer Finanziellen Zusammenarbeit im Mittelpunkt unserer Tätigkeit.

Das Förderjahr 2018 war gut und erfolgreich. Wir haben ein Gesamtvolumen von 75,5 Mrd. EUR an Finanzierungen herausgelegt (2017: 76,5 Mrd. EUR). Dabei haben sich die Aktivitäten etwas vom Inland auf unsere Internationalen Finanzierungen verschoben. Bedingt durch eine starke Konjunktur und ein anhaltend gutes Finanzierungsumfeld für private und gewerbliche Investoren in Deutschland, reduzierte die KfW ihre Förderung für gewerbliche, private und öffentliche Investoren in Deutschland auf 46 Mrd. EUR (2017: 51,8 Mrd. EUR).

Das internationale Geschäft wuchs um 20 % und erreichte ein Volumen von 28,3 Mrd. EUR (2017: 23,5 Mrd. EUR). Da die deutsche Exportindustrie nochmals um 3 % zulegte, stiegen auch die Zusagen in unserer Export- und Projektfinanzierung an, und zwar um 29 % auf 17,7 Mrd. EUR (2017: 13,8 Mrd. EUR). Die Finanzielle Zusammenarbeit setzte ihren strukturellen Wachstumstrend fort: 2018 stellte der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank im Auftrag der Bundesregierung rund 8,7 Mrd. EUR (2017: 8,2 Mrd. EUR) für Finanzierungen in Entwicklungs- und Schwellenländern bereit, rund 58 % davon für Klima- und Umweltschutz. Fast 13 % der Neuzusagen dienen der unmittelbaren Unterstützung von Geflüchteten in Entwicklungsländern. Mit knapp 48 % aller Neuzusagen werden Entwicklungsprojekte in Afrika und dem Nahen Osten finanziert; von den Haushaltsmitteln des Bundes gingen rund 71 % in diese Region. Die DEG konnte 2018 ein Rekordvolumen von rund 1,9 Mrd. EUR für Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zusagen (2017: 1,6 Mrd. EUR).

Wie in den Jahren zuvor hat die KfW auch 2018 ihre Fördertätigkeit an qualitativen Zielmarken orientiert wie zum Beispiel der Unterstützung des Klima- und Umweltschutzes. Der Finanzierungsanteil von Vorhaben im Bereich „Green Finance“ betrug 40 % (2017: 43 %). Auch am Kapitalmarkt misst die KfW der Nachhaltigkeit zunehmend Gewicht bei, beispielsweise durch ihr verstärktes Engagement im Green-Bond-Sektor oder die strengere Ausrichtung ihres nachhaltigen Investmentansatzes in ihrem Liquiditätsportfolio.

Mit Emissionen in Höhe von 1,6 Mrd. EUR im Jahr 2018 stieg das ausstehende Volumen der „Green Bonds – Made by KfW“ auf insgesamt 14,5 Mrd. EUR. Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäftes nahm die KfW 2018 Mittel in Höhe von 76,1 Mrd. EUR an den internationalen Kapitalmärkten auf.

Das Geschäftsfeld Finanzmärkte investierte über die Kapitalmärkte, wie im Vorjahr, insgesamt rund 1,5 Mrd. EUR für das Fördergeschäft 2018. Davon wurden rund 1,1 Mrd. EUR in Verbriefungstransaktionen zur Förderung des Mittelstandes eingesetzt. Mit Investitionen in Green Bonds in Höhe von 0,4 Mrd. EUR hat die KfW den Klima- und Umweltschutz unterstützt.

Ebenso bedeutend wie „Green Finance“ ist für die KfW die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen bei der Investitionsfinanzierung. Insgesamt lag die Quote der KfW-Finanzierungen mit Mittelstandsbezug im Jahr 2017 bei 41 % (2017: 44 %).

Ergebnis des Geschäftsjahres 2018

Die Ertragslage hat sich im Geschäftsjahr 2018 mit einem Konzerngewinn in Höhe von 1,6 Mrd. EUR insgesamt sehr gut entwickelt und übertraf die Erwartungen deutlich. Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) war allerdings mit 1,4 Mrd. EUR aufgrund rückläufiger Zinserträge und steigender Verwaltungskosten (2017: 1,7 Mrd. EUR) rückläufig.

Das Bewertungsergebnis bewegte sich aufgrund der geringen Nettorisikovorsorgebelastung und eines erfreulich positiven Beitrags des Beteiligungsportfolios über dem Vorjahresniveau. Verstärkt wurde dies auch durch ertragssteigernde IFRS-bedingte Effekte aus der Abbildung von Sicherungszusammenhängen sowie Erträgen aus latenten Steuern. Die von der KfW zu Lasten der eigenen Ertragslage erbrachten Förderaufwendungen im Inlandsgeschäft liegen im weiterhin anhaltenden Niedrigzinsumfeld mit 216 Mio. EUR (2017: 213 Mio. EUR) unter den Erwartungen.

Die Bilanzsumme des Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2018 um 13,6 Mrd. EUR auf 485,8 Mrd. EUR erhöht (2017: 472,2 Mrd. EUR). Zurückzuführen ist der Anstieg insbesondere auf die um 7,9 Mrd. EUR gestiegenen Nettokreditforderungen und eine um 2,3 Mrd. EUR höhere Liquiditätshaltung.

Ausblick 2019

Drei wichtige Zukunftsthemen haben wir für die kommenden Jahre strategisch definiert: Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Afrika.

Nachhaltigkeit
Die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit war schon immer eines der wichtigsten Merkmale der KfW – im Geschäft, im Betrieb und als Arbeitgeber. Die KfW berücksichtigt bei ihren Finanzierungen höchste ökologische und soziale Maßstäbe, nicht zuletzt auch, um Impulse im Markt zu setzen. Die KfW bekennt sich zu ihrer Verantwortung für soziale Belange und die Umwelt und ist hier in intensivem Dialog mit ihren Stakeholdern. Dennoch wollen wir weiter gehen und eine Vorreiterrolle auf dem Markt übernehmen. Deshalb haben wir Nachhaltigkeit zum zentralen Teil der Unternehmensstrategie gemacht und die Nachhaltigkeitsratings als Zielgröße in unser Strategisches Zielsystem integriert. Um unser Geschäft im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen und den Sustainable Development Goals (SDGs) zu steuern und die ESG- und Klimarisiken im Risikomanagement zu berücksichtigen, haben wir das Projekt „Roadmap Sustainable Finance“ ins Leben gerufen. Dieses mehrdimensionale, umfassende Projekt wollen wir bis 2020 umsetzen.

Digitalisierung
Als Förderbank begreifen wir die Digitalisierung als Chance und wollen den digitalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft begleiten und mitgestalten. Wir passen daher unser Förderangebot sukzessive den Anforderungen an. Als Kernthema sehen wir dabei die Unterstützung des Mittelstandes. Außerdem wollen wir uns beim Ausbau der digitalen Infrastruktur engagieren. International wird die Digitalisierung als unterstützendes Element bei der Erreichung von SDGs gesehen. Deshalb wollen wir beispielsweise Akzente beim Ausbau der Blockchain-Technologie setzen. Die ersten Pilotprojekte laufen in der Finanziellen Zusammenarbeit. Parallel treiben wir aber auch den digitalen Wandel der KfW voran. Die KfW muss sich wie andere Unternehmen digital neu erfinden. Projekte wie die Digitalisierung der Antrags- und Arbeitsprozesse zur Verbesserung der Kundenorientierung und Effizienz sowie die Etablierung von agilen Arbeitsmethoden stehen daher im Mittelpunkt unseres digitalen Veränderungsprozesses.

Afrika
Unser Nachbarkontinent steht vor großen Herausforderungen: Die Bevölkerung wird sich bis 2050 verdoppeln, die Investitionslücke wird bis 2040 auf 3,3 Bio. USD geschätzt, der Kampf gegen den Klimawandel und um die Einhaltung des 2-Grad-Klimaziels entscheidet sich vor allem in Afrika. Während die Armutsbekämpfung nach wie vor eine große Aufgabe bleibt, bietet Afrika mit seiner wachsenden Mittelschicht und dem hohen Potenzial an wirtschaftlicher Entwicklung auch enorme Chancen. Im Auftrag der Bundesregierung setzt sich die KfW dafür ein, dass der Kontinent eine neue Perspektive bekommt. Im vergangenen Jahr hat die KfW mit 4 Mrd. EUR Neuzusagen für Afrika einen neuen Rekord aufgestellt. Unser Afrika-Portfolio im Konzern beläuft sich damit bereits auf 18 Mrd. EUR.

In den kommenden Jahren werden wir die Bundesregierung bei ihren Afrika-Initiativen unterstützen, etwa bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Investitionen oder der Förderung von Staaten mit ehrgeizigen Reformagenden. Im Rahmen des Entwicklungsinvestitionsfonds („Africa Grow“) wollen wir zusätzliches Wachstumskapital in Afrika bereitstellen. Wir werden die Reform-Partnerschaften mit afrikanischen Ländern weiterentwickeln und die „Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung“ vorantreiben. Damit fördern wir stabile Entwicklung und Partnerschaft und tragen den Herausforderungen und Chancen Rechnung.

Regulatorik
Zur langfristigen Sicherung ihrer Förderleistung hat sich die KfW ein Modernisierungsprogramm auferlegt. Neben dem Digitalisierungskurs gehört dazu auch die Umsetzung bankaufsichtsrechtlicher Vorgaben. Dabei verfolgt die KfW einen ganzheitlichen Steuerungsansatz, um Auswirkungen aktueller und neuer regulatorischer Vorhaben umfassend identifizieren und bewerten zu können. 2018 konnten wir im Rahmen unserer „Roadmap Regulatorik“ wesentliche Fortschritte erzielen.

Die KfW zeigte auch 2018, dass sie als moderne, effiziente und kundenorientierte Förderbank eine wichtige Rolle für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft einnimmt. Sie hat die nachhaltige Förderung zu ihrem strategischen Ziel bestimmt und trägt unter strikter Beachtung des Subsidiaritätsprinzips dazu bei, die Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern. Als verlässlicher Partner übernimmt die KfW Verantwortung – in Deutschland, in Europa und weltweit. Diese Stärke verdankt sie vor allem auch ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, für deren Engagement und leidenschaftlichen Einsatz wir uns als Management-Team herzlich bedanken.

Unterschriften des Vorstands

Rechtlicher Hinweis:
Die Ausführungen dieses Online-Ge­schäfts­berichts 2018 basieren auf dem Finanz­bericht 2018 der KfW, den Sie hier downloaden können. Treten bei den mit größter Sorgfalt erstellten Inhalten dieses Online-Geschäftsberichts 2018 Wider­sprüche oder Fehler im Vergleich zum Finanz­bericht auf, hat der Finanzbericht 2018 der KfW Vorrang.