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Montag, 27. August 2001

KfW unterstützt Friedensprozess in Sierra Leone

Der Friedensprozess in Sierra Leone wird von der KfW mit 10 Mio DM unterstützt. Die Gelder fließen in das Nationale Programm zur Demobilisierung und Reintegration von Kämpfern aus Bürgerkriegszeiten. Der Vertrag zwischen der KfW und der sierra-leonischen Regierung wurde heute unterzeichnet.

Der Finanzierungsbeitrag stammt aus dem Haushalt des Bundesministeriums für wirtschaft-liche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Er ist Teil einer von der Weltbank und Großbritannien koordinierten internationalen Initiative, die neben dem deutschen Beitrag auch von der Schweiz, den Niederlanden und anderen Gebern finanziert wird. Mit den Mitteln sollen mehr als 40.000 der früheren Kämpfer ins zivile Leben zurückgeführt werden. Nach der Abgabe der Waffen werden sie zunächst einige Wochen in Demobilisierungslagern versorgt. Dort können sie sich über ihre berufliche Zukunft beraten lassen und erhalten finanzielle Unterstützung für einen Neuanfang.

Wolfgang Kroh, Vorstandsmitglied der KfW anlässlich der Vertragsunterzeichnung: "Das sierra-leonische Demobilisierungsprogramm stellt ein gutes Beispiel für abgestimmte und effektive internationale Zusammenarbeit dar. Der deutsche Beitrag kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da die bisherigen Mittel des Programms, das seit 1999 existiert, fast aufgebraucht sind." Eine Unterbrechung des Programms hätte den gesamten Friedensprozess gefährdet, der gerade in den vergangenen drei Monaten an Dynamik gewonnen hatte. In dieser Zeit haben 10.000 Kämpfer ihre Waffen abgegeben, während es in den zwei Jahren zuvor insgesamt 20.000 waren. Die Aufgabe der nächsten Wochen ist die zügige Demobilisierung der Rebellen der RUF (Revolutionary United Front), die erstmals ernsthaften Friedenswillen zeigen.

Ein weiteres Projekt zur Friedenssicherung in Sierra Leone unterstützt die KfW zusammen mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ): In Trainingslagern werden die Angehörigen der ehemaligen Bürgerkriegsparteien sechs Monate lang ausgebildet, zum Beispiel als Schreiner, Maurer oder in der Landwirtschaft. So werden die früheren Kämpfer zum einen sozial integriert und zum anderen kann die ländliche Infrastruktur wieder aufgebaut werden. Das erste Trainingszentrum wurde Anfang August eröffnet.