Tipps zum Bankgespräch
Die Kreditzusage einer Bank steht und fällt mit einem Unternehmenskonzept. Wichtig ist aber auch ein gut vorbereitetes und überzeugendes Gespräch mit dem Banker.
Fünf Regeln:
Gründliche Vorbereitung
Eine gute Vorbereitung des Gesprächs ist unerlässlich. Dazu gehört die Ausarbeitung eines ausgereiften Konzeptes, das genaue Angaben über Art und Umfang der erforderlichen Investitionen, eine fundierte Rentabilitätsberechnung und die geplanten Absatzwege des Unternehmens enthalten muss.
Sicher auftreten
Gründer sind keine Bittsteller, sondern künftige Geschäftspartner, an denen auch die Bank Interesse hat. Treten Sie also selbstsicher auf.
Öffentliche Fördermittel verlangen
Zunächst müssen Sie die Bank überzeugen, Ihr Vorhaben zu finanzieren. In der Regel besteht die günstigste Finanzierung aus öffentlichen Fördermitteln, ergänzt durch Hausbankdarlehen. Bestehen Sie darauf, die Möglichkeiten der öffentlichen Förderung zu besprechen.
Förderprogramme kennen
Informieren Sie sich vor dem ersten Gespräch in der Bank über die für Sie in Frage kommenden Finanzierungsprodukte. Damit kommen Sie der Aussage zuvor, für Ihre Investitionen gebe es kein günstiges Geld. Eine Übersicht über das Förderangebot erhalten Sie bei der KfW, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie den Wirtschaftsministerien der Bundesländer.
Konditionen vergleichen
Wenn eine Bank ablehnt, Ihr Vorhaben zu finanzieren, muss das nicht das Aus für Ihren Plan bedeuten. Gehen Sie zu verschiedenen Banken. Vergleichen Sie die Konditionen der Bankkredite, denn hier gibt es große Unterschiede.
Surf-Tipp: Lernen Sie, worauf es beim Bankgespräch ankommt. Sie können dazu das neue eTraining-tool des BMWi nutzen. Lesenswert ist zudem die Broschüre "Vorbereitung auf das Bankgespräch" des BMWi, die Sie ebenfalls dort herunterladen können.
Probleme mit der Hausbank
Hier bekommen Sie Rat
Nehmen Sie eine Schwachstellenanalyse Ihres Unternehmenskonzeptes vor, gegebenenfalls mit professionellem Rat. Beratungskosten sind förderfähig. Nähere Informationen dazu erhalten Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Frankfurter Straße 29-35, 65760 Eschborn, Telefon: 06196 9 08 0.
Haben Sie schon eine Existenzgründungsberatung Ihrer Kammer wahrgenommen? Ihren Verband um Rat gefragt? Oder an RKW und Seniorexperten gedacht?
Eigenkapital verstärken, wenn möglich Partneraufnahme prüfen. Kapitalbeteiligungsgesellschaften ansprechen (Kontakt: Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, Karolingerplatz 10-11, 14052 Berlin,
Telefon: 030 30 69 82 0).
Ihre Chancen, ein Kreditinstitut für einen Antrag auf ERP-Kapital für Gründung zu gewinnen, werden verstärkt, wenn Sie schon einmal eine "Fachliche Stellungnahme" durch eine(n) Kammer, Berufsvertretung, Unternehmensberater oder Wirtschaftsprüfer fertigen lassen.
Nutzen Sie die Marktwirtschaft auch bei der Finanzierungsberatung. Verhandeln Sie gegebenenfalls mit zwei Banken parallel. Bei den bestehenden Risiken wird Ihnen das keine Bank verübeln. Falls eine Bank den Finanzierungswunsch ablehnt, haben Sie ein weiteres Eisen im Feuer und müssen nicht die Gespräche von vorn beginnen. Und schließlich - bei größeren Vorhaben - könnte auch ein Konsortialkredit herauskommen, das heißt zwei Kreditinstitute teilen sich das Risiko der Finanzierung.
Lassen Sie sich bei einer Ablehnung durch eine Bank konkrete Gründe nennen. Nutzen Sie diese Angaben für Ihre Schwachstellenanalyse.
Keine (ausreichenden) Sicherheiten? Fragen Sie die Banken gezielt nach den Besicherungsmöglichkeiten durch die Bürgschaftsbanken. Studieren Sie vorher genau die Förderbroschüren! Auskunft kann auch der Verband der Bürgschaftsbanken (Kapuziner Straße 8, 53111 Bonn, Telefon: 0228 9 76 88 86) erteilen. Erkundigen Sie sich außerdem nach Finanzierungsprodukten mit (teilweiser) Haftungsfreistellung.
Prüfen Sie unkonventionelle Finanzierungsmöglichkeiten wie Leasing und dergleichen.